Drama am Vögenteich: Frau unter Bus eingeklemmt

svz.de von
11. Juni 2012, 08:52 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Ein rotes Damenrad liegt zerschmettert auf dem Bordstein. Fünf Meter weiter kämpfen Rettungskräfte um das Leben einer 71-Jährigen. Sie liegt eingequetscht unter einem tonnenschweren Bus. Gestern um 11.06 Uhr sind ein Niedergelenkbus der Linie 25, der aus Richtung Am Vögenteich kam und in die Arnold-Bernhard-Straße abbog, und die Radfahrerin zusammengestoßen.

Der genaue Unfallhergang ist noch unklar. Erste Angaben konnte Polizeisprecherin Yvonne Hanske aber schon machen: "Der Busfahrer hat schon im Kreuzungsbereich die Bremsung eingeleitet." Der 50-Jährige hatte die Frau gerade noch gesehen, legte eine Vollbremsung hin. Eine Insassin stürzte, zog sich leichte Verletzungen zu. Trotzdem war der insgesamt 18 Meter lange Bus schon 10 Meter um die Kurve gefahren, als sich der Zusammenstoß ereignete, wie die Sprecherin der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), Beate Langner, angab. Die Radfahrerin geriet unter den Bus, wurde im hinteren Teil unter dem 28 Zentimeter tief liegenden 16-Tonner eingequetscht. Um 11.11 Uhr trafen zuerst vier Polizisten ein. Eine junge Polizistin hielt fortan die Hand der noch ansprechbaren Frau. Kurz darauf kam die Feuerwehr, trennte den Rahmen des Rades, um besser an die Verletzte zu kommen, und stemmte den Bus mit zwei Luftkissen 40 Zentimeter nach oben. Um 11.27 Uhr konnte die Frau so befreit werden. Sie wurde mit schwersten Verletzungen in die Uniklinik gebracht. Der Busfahrer erlitt einen Schock. Er wurde erst einmal vom Dienst freigestellt. Die Arnold-Bernhard-Straße wurde in Fahrtrichtung Saarplatz bis 12.30 Uhr gesperrt. Zwei Sachverständige der Dekra versuchen jetzt, den Hergang des Unfalls zu rekonstruieren, von wo die Frau kam und ob sie der Bus überrollte. Der Unfallort, die Kreuzung Am Vögenteich, gilt als Unfallschwerpunkt, sagt Hanske.

Den Vorsitzenden des Rostocker Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, Martin Elshoff, stört dort vor allem, dass die Fahrradstreifen nicht auf der Straße, sondern auf dem Gehweg geführt werden. "Das muss sicherheitstechnisch überarbeitet werden, dass man als Radfahrer im Verkehr mitfließen kann", sagt Elshoff. Der Busunfall war besonders schwer. Seit Januar ereigneten sich in Rostock 17 Unfälle mit Bussen der RSAG, 13-mal gab es dabei leicht Verletzte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen