Empor Rostock : Dr. Trtik ist heißer Kandidat für den Trainerstuhl

<strong>Dr. Rastislav Trtik</strong> ist heißer Kandidat für den Trainerstuhl beim Handball-ZweitligistenHC Empor Rostock. <foto>imago</foto>
Dr. Rastislav Trtik ist heißer Kandidat für den Trainerstuhl beim Handball-ZweitligistenHC Empor Rostock. imago

Der Tscheche Dr. Rastislav Trtik soll offenbar neuer Trainer beim Handball-Zweitligisten

HC Empor Rostock werden. 2005 führte er die MT Melsungen in die 1. Bundesliga.

svz.de von
21. Juni 2012, 09:36 Uhr

Rostock | "Ein Trainer, der ein Flugzeug der Marke ,Bundesliga’ erfolgreich gesteuert hat, wird sich nicht damit zufrieden geben, mit einem Mofa und Tempo 30 über die Landstraße zu tuckern. Ich hätte keine Probleme damit, wieder einen Jet zu fliegen. Auf der anderen Seite hat eine Fahrradfahrt durch malerische Landschaften auch etwas für sich. In beiden Fällen ist es aber wichtig, auf Menschen zurückgreifen zu können, auf die man sich verlassen kann, auch wenn das Wetter einmal schlechter wird. Mein Vertrag ist flexibel gestaltet, falls ein Angebot aus dem Ausland kommt..." - Aussagen von Dr. Rastislav Trtik im vergangenen Jahr am Rande des 26:26 von Tatran Presov (bis Sommer 2011) in der Handball-Champions League gegen den Hamburger SV und anschließend als Trainer vom HC Banik OKD Karvina (ab Sommer 2011) im Cupwettbewerb bei der SG Flensburg-Handewitt.

Ein Düsen-Jet allererster Güte wird es nicht sein, eher eine zweitklassige Maschine, die der 50-jährige Tscheche wohl demnächst steuern wird: Trtik ist nach NNN-Informationen erster Kandidat für die Nachfolge von Norbert Henke als Cheftrainer beim Zweitligisten Empor Rostock. Henke übernimmt am 1. Juli die Position des Geschäftsführers der Empor Handball-GmbH.

"Kein Kommentar", sagt Jens Gie-napp, Vorsitzender des HC Empor - ein Dementi sieht gewiss anders aus, zumal Dr. Rastislav Trtik exakt dem Anforderungsprofil des Traditionsvereins entspricht. Am Rande des EC-Spiels in Flensburg erklärte er: "In Karvina habe ich bei Banik die Möglichkeit, mit talentierten Jungen zusammenzuarbeiten. Ich bin auch Sportdirektor und beobachte intensiv den Jugendbereich." Sein Team von HCB OKD Karvina, in der abgelaufenen Saison Dritter der tschechischen Extraliga, ist altersmäßig wie der HCE strukturiert: junge, hungrige Burschen plus zwei, drei erfahrene Spieler.

Ex-Spieler Bruna soll den Tipp gegeben haben

Beste Voraussetzungen also, um Rostocks junge Garde im harten Zweitliga-Alltag weiter voranzubringen und den im Nachwuchsbereich eingeschlagenen Weg fortzusetzen. "Mein Nachfolger muss in der Lage sein, eine junge Mannschaft zu führen und die Spieler individuell weiterzuentwickeln", hatte Henke in seinem Saisonfazit gefordert. Genau die Vorzüge würde der Tscheche mitbringen.

Ein mögliches Engagement in Rostock wäre für Dr. Rastislav Trtik das zweite in Deutschland. Von 2004 bis 2006 führte er die MT Melsungen in die 1. Bundesliga und hielt die Klasse. Mit Tatran Presov holte er drei slowakische Meistertitel. In seiner Zeit in Tsche-chien führte er Banik Karvina und Frydek-Mystek auf den Thron. Er ist mit allen Wassern gewaschen und war auch schon Nationaltrainer seines Heimatlandes. Michal Bruna und Milan Berka (beide damals beim Stralsunder HV) standen 2005 im WM-Team.

Apropos Bruna: Der zum polnischen Erstligisten Pogon Stettin gewechselte Rückraumspieler des HCE hat zu zwei Trainern eine besondere Affinität: Trtik und Henke. Am Anfang seiner Karriere entwickelte ihn der Tscheche in Karvina und Frydek-Mystek. 2004 lotste ihn Henke Richtung Deutschland zum SHV. Durchaus vorstellbar, dass der 34-Jährige beiden Handball-Lehrern ein besonderes Dankeschön zum Abschied präsentieren wollte: dem Tschechen Trtik die Aussicht auf eine Jet-Steuerung, Norbert Henke, mit einem Tipp eine Baustelle zu schließen.

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