zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. September 2017 | 04:45 Uhr

DMR-Metallwerk ist am Ende

vom

svz.de von
erstellt am 21.Jun.2013 | 08:28 Uhr

Rostock | Die DMR Produktionsgesellschaft steht vor dem endgültigen Aus. Ab Ende nächster Woche sollen die Maschinen des insolventen Metallwerks in der Südstadt stillstehen - darauf haben sich Insolvenzverwalter Gerhard Brinkmann, der Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall in einem so genannten Interessenausgleich geeinigt. "Liquide Mittel, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs über den 30. Juni hinaus gewährleisten könnten, sind nicht vorhanden", sagt Insolvenzverwalter Brinkmann. Den 180 Mitarbeitern droht die Kündigung. Sie hoffen jetzt auf die Gründung einer Transfergesellschaft, die sie zumindest für vier Monate auffangen könnte.

Die Suche nach einem Investor für das trudelnde Traditionswerk ist wohl gescheitert: Von mehr als einem halben Dutzend Kandidaten, mit denen es Verhandlungen gab, sind alle bis auf einen bereits abgesprungen. Und ob die Gespräche mit dem verbliebenen Interessenten doch noch zu einem Ergebnis führen, ist nach Angaben des Insolvenzverwalters offen. Vor allem die scharfe Konkurrenz aus China habe die Verhandlungspartner abgeschreckt.

DMR war vor allem Zulieferer für Kunden aus dem Turbinen-, Getriebe- und Windkraftanlagenbau. Der Niedergang des metallverarbeitenden Betriebs, dessen Wurzeln im Stahlbau des ehemaligen Dieselmotorenwerks Rostock liegen, hatte sich nach Gewerkschaftsangaben über Monate angedeutet. Mitschuld trügen auch Planungs- und Finanzierungsprobleme der Offshore-Branche. Am 2. Mai stellte die Geschäftsführung den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit. Insolvenzverwalter Brinkmann spricht zwar von einer passablen Auftragslage - immerhin hatte DMR im vergangenen Jahr mehr als zwölf Millionen Euro Umsatz gemacht. Aber die Abarbeitung der Aufträge sei unbefriedigend gewesen. "Dies führte immer wieder dazu, dass Liefertermine nicht eingehalten werden konnten."

Nun droht die Abwicklung des Werks in der Erich-Schlesinger-Straße. Der Gläubigerausschuss hat sich schon mit dem Vorgehen befasst, sollte auch der letzte mögliche Investor abspringen.

Die 180 Mitarbeiter hoffen dennoch weiter darauf, dass praktisch in letzter Minute eine Transfergesellschaft gegründet werden kann. Sie könnte die von der Entlassung bedrohten Metaller übernehmen und mit Hilfe von Qualifizierung und Vermittlungsberatung fördern. "Eine Transfergesellschaft ist immer nur die zweitbeste Lösung", sagt Peter Hlawaty, Geschäftsführer der IG Metal in Rostock, der an den Verhandlungen bei DMR beteiligt ist. Aber sie biete zumindest doch die Chance auf einen Zeitgewinn bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen