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18. November 2017 | 06:00 Uhr

Diese Orte versprechen Glück - Rostock

vom

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erstellt am 12.Jan.2011 | 07:19 Uhr

Rostock | Was ist Glück und wo ist es zu finden? Diese Fragen beschäftigten schon in der Antike die großen Philosophen wie Sokrates und Platon. Bis heute sind die Menschen auf der Suche nach ihrem Glück. Für drei Rostockerinnen sind die Orte des Glücks verschiedene - und das aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Die Lehramt-Studentin für Physik und Philosophie, Katharina Rieneck, sucht ihr Glück am Universitätsplatz in der Rostocker Innenstadt. Ende Januar beginnt die Prüfungszeit für die junge Frau und so führt es die 23-Jährige zum Blücherdenkmal. Es heißt, es bringe Glück an der Plastik zu reiben. Genauer gesagt, soll es Glück bringen am Kopf des "Germaniens Schutzgeistes" zu reiben, der in einem der vier Bronzereliefs am Sockel des Denkmals verewigt ist. Der Schutzgeist steht symbolisch für die Rettung des in Rostock geborenen Feldherrn der Napoleonischen Befreiungskriege, Gebhard Leberecht von Blücher. Daran scheinen viele zu glauben, denn wer genau hinsieht, erkennt eine blank geriebene Stelle am Kopf des Schutzgeistes. Rieneck glaubt zumindest ein wenig an die glückbringende Wirkung des Schutzgeistes. Schaden könne es schließlich nicht, sagt die Studentin. Sie sagt: "Es ist eine schöne Tradition und ist ein Teil der Stadtgeschichte."

Während die 23 Jahre alte Studentin am Universitätsplatz auf Glück hofft, hat die Rostockerin Gabi Möller ihr Glück längst gefunden. In der evangelischen Kindertagesstätte "Muschelkorb" arbeitet die 56-Jährige seit mehreren Jahren als Erzieherin. Sie liebt die Arbeit mit den Kindern und könnte sich nichts Schöneres vorstellen. "Jeden Tag werde ich freudig von meinen 18 Schützlingen empfangen, was könnte einen Menschen glücklicher machen als das?", sagt die Erzieherin. Seit 1973 arbeitet sie in diesem Beruf , obwohl sie früher eigentlich in den Bereichen Musik und Sport tätig werden wollte. "In meiner Arbeit als Erziherin kann ich auch meine Träume von früher verwirklichen, wenn auch nicht in der selben Intensität." So singt und turnt die fröhliche Erzieherin regelmäßig mit ihren Kindern und überträgt ihre lebensfrohe Art auch auf die Kleinen. Wenn Pauline in ihrer Kita-Gruppe ein Lied anstimmt, singen die anderen Kinder lauthals mit. Auch beim Basteln und Spielen herrscht im "Muschelkorb" in der Feldstraße Harmonie. Erzieherin Gabi hat ihr ganz eigenes Rezept für die positive Stimmung in der Kita: "Es gibt nur sehr wenige Regelen, die ich sehr kosequent durchsetze und ich lege sehr viel wert darauf, mit den Kindern zu reden und ihnen alles zu erklären." Ein liebevoller Umgang in der Gruppe macht Gabi Möller ebenso zufrieden, wie das harmonische Zusammenarbeiten mit ihren Kollegen. Sie sagt: "Das Team in unserer Kita arbeitet ganz toll zusammen und so ist es mir jeden Morgen eine Freude, hierher zu kommen."

Während Gabi Möller ihr Glück auf Arbeit gefunden hat, finden es viele Rostocker Paare auf dem Standesamt der Hansestadt, wo sie einander auf ewig versprechen. Die beiden Standesbeamtinnen Silvia Jühlke und Gudrun Göpke arbeiten an dem Ort, wo Paare glücklich werden. "Am Tag der Eheschließung kommen die Männer und Frauen in freudiger Erwartung auf das Standesamt und gehen glücklich wieder nach Hause", so Jühlke. Doch ein weiterer Grund mache das Standesamt zum Ort des Glücks. Jühlke sagt: "Zu uns kommen auch die frisch gebackenen Eltern, die bei uns die Geburt ihrer Kinder verkünden." Die heutige Leiterin des Standesamtes hat selbst hier geheiratet und hat in knapp 20 Jahren Amtszeit viele schöne Momente erlebt. Eine Trauung ist Jühlke bis heute noch in Erinnerung: "Damals kam ein Paar zur Eheschließung zu uns als es die Regelung, dass Trauzeugen Pflicht sind, gerade neu war. Sie hatten leider keine dabei und so ging ich auf die Straße und traf einen Schornsteinfeger, der den Trauzeugen mimte. Also wenn das kein Glück bringt." Jühlke erinnert sich auch ein ein Ehepaar, das Diamant-Hochzeit feierte und an ihren Ort des Glücks, nämlich ins Standesamt zurückkehrte. "Ich führte das Paar in den Hochzeitssaal und beauftragte meine Mitarbeiter Rosen zu besorgen und als das Paar wieder ging, bekamen sie von allen Mitarbeitern eine Rose", lächelt die Standesbeamtin.

Glück können die Rostocker an vielen Orten finden, was die Menschen jedoch am Ende glücklich macht, sind oftmals ähnliche Dinge wie eine andauernde Liebe, ein erfüllender Job oder Erfolg im Leben.

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