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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. September 2017 | 15:10 Uhr

Sozialkaufhaus : Die Zukunft ist gesichert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Das Sozialkaufhauses Schmarler Lichtblick ist gerettet. Benachteiligte können jetzt auch weiterhin Gebrauchtes aus Spenden hilfsbereiter Menschen zu kleinen Preisen erwerben.

von
erstellt am 16.Mai.2014 | 10:00 Uhr

Es ist gerettet: Die Bürgerschaft hat den Erhalt des Sozialkaufhauses Schmarler Lichtblick beschlossen. Da die Bundesregierung das Programm „Bürgerarbeit“ eingestellt hat, drohte dem Haus bis Anfang der Woche die Schließung.

Jetzt springt Rostock mit rund 23 000 Euro ein. Zwei Bürgerarbeiter können unter anderem Namen bis Ende des Jahres bleiben, fünf müssen gehen. Deren Arbeit fangen Ein-Euro-Jobber auf, die vom Hanse-Jobcenter getragen werden. Außerdem dürfen drei der vier Festangestellten bis zum 31. Dezember 40 Stunden arbeiten.

Begründung für den Erhalt war, dass der Laden über das Warenangebot hinaus auch Treffpunkt für soziale Kontakte und Beratung für Menschen mit äußerst geringem Einkommen ist.

„Wir sind sehr glücklich, dass unser Laden gesichert ist“, sagt Dagmar Sohn, Projektleiterin des Sozialkaufhauses. Für 2015 will sie weiter kämpfen. Auch wenn der ständige Mitarbeiterwechsel nicht einfach sei und sie selbst aus Geldmangel ihres Arbeitsgebers nur 20 Stunden arbeitet. Daniele Helmholz ist eine der betroffenen Bürgerarbeiterinnen, die vorerst gehen müssen. „Ich mache mir Gedanken, wie es nach meiner Schwangerschaft weitergehen soll“, sagt die 41-Jährige, die seit drei Jahren in Schmarl für Kasse, Wareneingang und -aufnahme, Abstimmung der Liefertermine und Aufnahme der Spenden zuständig ist. Im Verkauf möchte sie bleiben, doch am liebsten würde sie zurück. Auch Fahrer Torsten Krüger (44) weiß noch nicht, was die Zukunft bringt. Er arbeitet seit Februar 2012 im Laden und würde ebenfalls gern bleiben. Peter Klinger (44), zuständig für Lager, Transport und Logistik, hat mehr Klarheit: Er ist einer der drei Festangestellten, die aufgrund der Geldspritze ab dem 1. Juli 40 Stunden arbeiten dürfen. Dennoch sei er „traurig, dass Kollegen gehen müssen, ich habe mich an alle hier gewöhnt“.

Was das Sozialkaufhaus für Schmarl bedeutet? „Es ist wichtig für den Stadtteil, der nicht vor Angeboten strotzt“, sagt die Fraktionschefin der Linken, Eva-Maria Kröger. Als Treffpunkt zum Austausch von Problemen sei es unverzichtbar. In den nächsten Jahren will sie weiter für das Projekt kämpfen.

Wer gut Erhaltenes spenden möchte, kann sich unter Telefon 0381/121 84 08 melden oder direkt in die Straße Am Schmarler Bach 2 liefern.

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