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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 07:02 Uhr

Technologie : Die Wiro heizt mit Eis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wohnhäuser in Groß Klein werden ausschließlich durch Erd- und Sonnenenergie erwärmt

Am Montag beziehen die ersten 16 Parteien die neuen Wohnhäuser der Wiro in Groß Klein. Was sich zuerst nach einem alltäglichen Umzug anhört, verbirgt jedoch weitaus mehr. Denn die beiden Komplexe im Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg gehören zu den modernsten in ganz Rostock. Sie sind mit innovativer Wärmezufuhr gebaut, die Heizkosten stark minimiert.

Das Besondere: Die 39 Wohneinheiten werden ausschließlich durch Fußbodenheizungen erwärmt, deren Energiezufuhr durch einen so genannten Eisspeicher gesichert ist. Dabei handelt es sich um einen rund 360 Kubikmeter fassenden, vier Meter in der Erde versenkten Tank, der regelmäßig Wärme an die Umgebung abgibt.

„Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach und dennoch ziemlich clever“, sagt Stephan Strobel, Verantwortlicher für die technische Gebäudeausrüstung bei dem kommunalen Wohnungsunternehmen. Mithilfe einer Wärmepumpe wird dem Wasser im Eisspeicher Wärme entzogen und auf die einzelnen Fußbodenheizungen übertragen, sodass die Raumtemperatur steigt. Damit der Vorgang wiederholt werden kann, muss das mittlerweile gefrorene Wasser nun wieder aufgetaut werden, um ihm anschließend erneut Wärme zu entziehen. Dafür sorgen auf dem Dach befestigte Sonnenkollektoren sowie jene Erdwärme, die den Zylinder umgibt.

„Man kann sich den Vorgang wie einen Kreislauf vorstellen. Ist das Wasser vier bis fünf Grad warm, wird es durch das Entziehen von Wärme wieder gekühlt“, erklärt Stobel. Der Vorteil für die Mieter liegt auf der Hand: Sie sparen die Heizkosten und müssen lediglich für den Strom der Wärmepumpe aufkommen.

Das ließ auch Energieminister Christian Pegel aufhorchen. Der SPD-Politiker hat die Anlage, die in Rostock bislang einzigartig ist, in dieser Woche besichtigt. „Ich kannte bisher nur die sehr abstrakte Theorie. In der Praxis sieht die Idee aber nach viel weniger aus als vermutet“, so Pegel.

Sein Ministerium fördert die Maßnahme mit EU-Mitteln in Höhe von 111 434 Euro. Die die Wiro investierte in beide Gebäudekomplexe sowie den Eisspeicher 6,5 Millionen Euro.

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