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Schutzanlage bei Bad Sülze heute für Besucher geöffnet : Die Welt von gestern im Bunker Eichenthal

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Abseits von Bad Sülze bei Eichenthal liegt ein einst versteckter, geheimer Bunker. Errichtet in den späten Jahren des Kalten Krieges und dann durch die Wende unnütz geworden, ist er nun Abenteuerspielplatz für Besucher.

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erstellt am 16.Aug.2013 | 11:57 Uhr

Bad Sülze/Eichenthal | Wer etwas abseits von Bad Sülze den Weg nach Eichenthal findet, der kommt mit etwas Glück auch an einem einst versteckten, geheimen Bunker vorbei. Errichtet in den späten Jahren des Kalten Krieges und dann durch die Wende unnütz geworden, ist er nun Abenteuerspielplatz für geschichtsinteressierte Besucher.

Bunker geriet 20 Jahre in Vergessenheit

Der Bunker war seit seiner Fertigstellung nur etwa zwei Jahre in Betrieb. Zwar wurde schon 1983 mit dem Bau begonnen und im September 1986 wurde die gesamte Spezialtechnik dort eingerichtet, doch wurde er erst 1988 richtig in Betrieb genommen. Die drei so genannten Troposphärenfunkzentralen, die sich im Bunker befanden, waren seitdem in der ehemaligen DDR erstmalig im Dauerbetrieb, wurden jedoch im Oktober 1990 wieder abgeschaltet. Die Anlage war noch bis Januar 1992 personell besetzt, bevor sie etwa 20 Jahre lang in Vergessenheit geriet.

Inzwischen ist der Bunker wieder für Besucher geöffnet, die in die Welt von Geheimdiensten und Kaltem Krieg eintauchen wollen. Als der Bau 2004 wieder aufgearbeitet werden sollte, musste er zunächst trockengelegt werden, da das Wasser höher als zwei Meter in den Betonmauern stand. Im Sommer 2006 konnte so mit neuer Klima- und Medientechnik die Anlage für die Öffentlichkeit begehbar gemacht werden und steht zudem nun auch unter Denkmalschutz.

In der strategischen Nachrichtenzentrale können Besucher eine simulierte Gefechtssituation und das gewaltige Szenario eines Atomkriegs nacherleben. Zudem ist das Panoramadeck eines U-Bootes nachgebaut worden. Was inzwischen militärisch sinnlos geworden ist, ist nun spannender Schauplatz ganz realer Zeitgeschichte geworden.

Hier blinken sie noch - die Kontrollleuchten. Und durch die Geräuschkulisse einer längst vergangenen Funkzentrale können sich Besucher für ein paar Minuten oder Stunden in eine kalte und bedrückende Zeit zurückversetzen lassen. Doch sollte man sich warm anziehen, denn im Bunker steigen die Temperaturen tags wie nachts nie über zehn Grad Celsius.

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