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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 03:49 Uhr

Rostock : Die unklare Zukunft der „Undine“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Eignerverein hofft, dass sie wieder unter Dampf fährt. Übergabe an Stadt nicht ausgeschlossen. Möglich: Infozentrum für Schiffsgeschichte

von
erstellt am 08.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Seit bald zwei Jahren liegt die „Undine“ nach ihrer Heimkehr aus Sachsen auf der Silohalbinsel. Ihre Zukunft: unklar. Sie sollte Bestandteil der maritimen Meile werden. Oberbürgermeister und Kulturamt hatten sich bekannt, sie als eines der ältesten Seebäderschiffe, Zeugnis der Schiffbaugeschichte auf der Neptun-Werft und als Denkmal der Hansestadt gern erhalten zu wollen.

Passiert ist seit der spektakulären Verholung aus Dresden-Laubegast aber nichts. „Wir können gerade nichts anderes machen, als den Zustand zu wahren und warten“, sagt Steffen Wiechmann vom Eignerverein Maritimes Erbe. Gerade wurde der „Undine“ Schwimmfähigkeit attestiert. Gutachter Andreas Hallier war überrascht, in welch gutem Zustand sie doch noch ist – optisch wird sie von nicht wenigen eher als Schrott empfunden. So wie sie jetzt daliegt, mit ausgebohrten Rumpf, war sie vom vorigen nun insolventen Eignerverein hergerichtet worden, um sie wieder aufzubauen. Ein großer Traum auch für den aktuellen 15-köpfigen Verein. „Wenn sie in Rostock wieder unter Dampf fahren würde, das wäre doch das beste Aushängeschild für die Stadt“, sagt Wiechmann. Die technischen Voraussetzungen seien da, die Unterlagen gepflegt. Doch bei einem geschätzten Investitionsvolumen von fünf Millionen Euro ist das für den Verein ohne Investoren nur eine Illusion. Als Alternative sieht der Verein das, was das Kulturamt seit zwei Jahren begrüßen würde – die landseitige Inszenierung des Schiffes. Auf Anfrage des Kulturamtes hatte vor 1,5 Jahren die Fakultät Gestaltung der Fachhochschule Wismar Varianten erarbeitet, wie der Rumpf in Szene gesetzt werden könnte. „Wir gehen davon aus, das Schiff an Land zu inszenieren, wieder ein Deck einzuziehen und ein Informations- und Begegnungszentrum für die Geschichte des Schiffbaus in Rostock einzurichten“, sagt Kulturamtsleiterin Michaela Selling. Favorisierte Orte: vor dem Haus des Tourismus auf dem ehemaligen Gelände der Neptun-Werft und am Fähranleger Kabutzenhof.

Woran es zu hapern scheint, bis das Realität wird: der zähe Weg zur Umgestaltung des Stadthafens im Konkurrenzgedanken mit dem IGA-Park. In dem könnte sich Kulturausschussmitglied Christian Teske (Linke) die „Undine“ auch gut vorstellen, Wiechmann überhaupt nicht. Aber wenn der Kulturausschuss sich für das Schiff einsetzen will, begrüße er das. In dessen letzter Sitzung hatten die Ausschussmitglieder klar gemacht, beteiligt werden zu wollen. Wiechmann hofft, dass dadurch Bewegung reinkommt. „Wir verstehen uns mehr als Treuhänder“, sagt er. Interesse sei, dass das Schiff geschützt wird. „Für uns ist es auch kein Problem, wenn es in den Besitz der Stadt übergeht.“ Die, genauer das Kulturamt, habe den Verein schließlich auch unterstützt, schon bei der Verholung.

Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag sind Vereinsmitglieder an der „Undine“ anzutreffen.

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