Die Tricks der Rosen-Abzocker

Blumenverkäuferin  Dietlind Wojtowitsch von Blume 2000 kennt die Masche der Betrüger genau: Für das vermeintliche Geschenk einer Blume verlangen sie Geld. 'Oft kommen sie am Montag und zum Wochenende ins Geschäft und holen sich Rosen', sagt sie.Maria Pistor
Blumenverkäuferin Dietlind Wojtowitsch von Blume 2000 kennt die Masche der Betrüger genau: Für das vermeintliche Geschenk einer Blume verlangen sie Geld. "Oft kommen sie am Montag und zum Wochenende ins Geschäft und holen sich Rosen", sagt sie.Maria Pistor

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09. September 2011, 10:01 Uhr

Stadtmitte | In der Kröpeliner Straße betteln in der jüngsten Zeit vermehrt Frauen und Männer südländischer Herkunft um Spenden. Es handelt sich nicht um Notleidende, die mit Hut um milde Gaben bitten, sondern sie wollen mit verschiedenen Mitleidsmaschen das Geld ihrer Mitmenschen abzocken. Die Herangehensweisen sind verschieden, berichten Zeugen.

"Mir hat eine Frau mit einem Zettel signalisiert, dass sie taubstumm sei und für solchen Zwecke Geld sammelt", sagt eine Dierkowerin. Auf dem Zettel standen Adressen und jeweils die Summe von 20 Euro dahinter. "Ich habe zwei Euro gegeben", sagt sie. Als sie sich nach dem Weitergehen umgedreht hat, sah sie, wie die Frau das Geld in die Hosentasche gesteckt hat. "Das fand ich für Spenden ziemlich unseriös."

Dann hat dieselbe Zeugin zwei weitere Vorfälle erlebt: Einmal bettelte eine Gruppe mit Kindern Passanten an und in einem weiteren Fall drückten sie Flanierenden Rosen in die Hand. "Da denkt man nichts Böses", sagt die 48-Jährige. Aber dann wollten die Schenkenden Geld dafür. Das hat sie skeptisch gemacht. Diese Masche, die ein wenig an die kriminellen Nelkenmädchen vor der Kathedrale von Palma de Mallorca erinnert, haben schon mehrere Rostocker erlebt. Auch im Geschäft Blume 2000 in der Kröpeliner Straße ist das Phänomen bekannt. "Dafür werden bevorzugt weiße Rosen eingesetzt", sagt Verkäuferin Dietlind Wojtowitsch.

Bislang sind bei der Polizei keine Anzeigen eingegangen. Polizeisprecherin Dörte Lembke rät aber: "Wer auf der Straße Geld spendet, sollte sich genau angucken, wofür er sein Geld hergibt." Weiter betont sie: "Seriöse Firmen haben meistens Infoblätter und eine Kontonummer dabei." Die Polizistin warnt, Passanten sollten sich nicht unter Druck setzen lassen und notfalls einfach weitergehen. Eine Möglichkeit ist zudem, die Polizei zu informieren.

Auch die Hansestadt Rostock hat bereits Kontrollen vorgenommen. "Allerdings waren zu dem Zeitpunkt keine Rosenverkäufer anzutreffen", sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Die Ordnungsbehörde teilt mit: Der Wegfall einzelner Gesetzestexte betrifft auch das Sammlungsgesetz von Mecklenburg-Vorpommern. "Damit sollen Sammlungsträger und Verwaltungen von unnötigen bürokratischen Belastungen befreit werden", so Kunze. "Wir gehen davon aus, dass die Bürger selbst entscheiden können, ob und für welche Zwecke sie spenden wollen." Wer sichergehen will, dass sein Geld an seriöse Unternehmen geht und nicht in privaten Kanälen versickert, sollte den Sammlungszweck prüfen und eine Summe auf ein entsprechendes Konto überweisen.

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