Recycling : Die Tanne wird mit Müll geschmückt

Eine Krippe aus Verpackungsmüll und Abfällen vom Weihnachtsmarkt: Juliane und Valerie von der Universitas-Schule lassen ihrer Kreativität freien Lauf.
Eine Krippe aus Verpackungsmüll und Abfällen vom Weihnachtsmarkt: Juliane und Valerie von der Universitas-Schule lassen ihrer Kreativität freien Lauf.

Interaktive Seminare sollen bereits bei Kindern das Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit wecken

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25. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Jeder Rostocker verbraucht im Jahr 572 Kilogramm Müll. Das sind gut gefüllte 25 Tonnen. Die Entsorgung kostet die Hansestadt 16,6 Millionen Euro. „Wir brauchen 9000 Fahrzeuge, um den gesamten Müll abzutransportieren. Stellt man diese hintereinander, dann erreichen wir einen Stau, der von Rostock nach Schwerin reicht“, erklärt Dr. Matthias Mossbauer vom Verein Oecolog. „Momentan leben wir bereits über unsere Verhältnisse. Wir brauchen mehr als die Natur nachproduzieren kann. Laut der Organisation World Wide Fund For Nature (WWF) bräuchten wir 2030 zwei Erdkugeln, um unseren Bedarf zu decken“, ergänzt er.

Um möglichst früh ein Bewusstsein zu schaffen, wie Müll vermieden und die Umwelt geschützt werden kann, veranstalten Mossbauer und seine Vereinskollegen regelmäßig interaktive Seminare mit Kindern. Auf dem Weihnachtsmarkt wurde so an insgesamt sechs Terminen Müll wiederverwertet. Aus Nudelverpackungen wurde Christbaumschmuck angefertigt und aus Pappe sind Schablonen für tolle Weihnachtsbilder entstanden.

„Recycling ist immer ein Thema in der Schule“, sagt Ricarda Wilhelm, Lehrerin an der Universitas-Schule. „Die Kinder wissen viel darüber, zum Beispiel, dass sie mit Papierhandtüchern sparsam umgehen oder dass sie ihre Arbeitsblätter immer vollschreiben müssen“, sagt sie. „Wir haben über Mülltrennung und -recycling gesprochen. Die Schüler interessieren sich für das Thema und wissen auch schon sehr viel darüber“, weiß Wilhelm.

Dennoch will der Verein Oecolog künftig mehr Aufklärungsarbeit betreiben. „Menschen müssen ihre Gewohnheiten ändern. Das geht am besten, indem man ihnen vermittelt, dass sie durch den richtigen Umgang mit Müll einen Mehrwert haben. Es bringt niemandem etwas, wenn alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht sind“, betont Mossbauer. „Kinder sind eine wichtige Zielgruppe für uns. Sie sind die Entscheidungsträger von morgen“, fügt er hinzu.

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