zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. August 2017 | 00:17 Uhr

Die Supernase aus Ludwigslust

vom

Wismar/Rostock/Schwerin | Von Wismar über Rostock nach Schwerin hat ein Fährtenhund der Polizei in Ludwigslust einen mutmaßlichen Brandstifter verfolgt. Das teilte das Polizeipräsidium in Rostock gestern mit. Demnach war es mit Hilfe des sechsjährigen Holländischen Schäferhundes Ben gelungen, den Fluchtweg eines verdächtigen 18-Jährigen über drei Bahnhöfe und rund 150 Kilometer durch halb Mecklenburg nachzuvollziehen.

Nach dem bisherigen Erkenntnisstand der Ermittler könnte der junge Mann für den Einbruch und die Brandstiftung in einer Wismaraner Wohnung verantwortlich sein. In der dritte Etage eines Mehrfamilienhauses im Stadtteil Schwarzkopfhof hatte es am Vorabend des 24. Dezember gebrannt. Die vierköpfige Familie war gerade nicht zu Hause, als die Nachbarn kurz nach 21.30 Uhr die Feuerwehr alarmiert hatten. Die rückte mit fünf Einsatzfahrzeugen an und konnte das Feuer unter Kontrolle bringen, bevor es sich in alle Räume ausgebreitet hatte. Allerdings setzte das Löschwasser der Wohnung so stark zu, dass sich die Familie vorübergehend bei Verwandten einquartieren musste.

Die Polizei gab den Sachschaden mit rund 10 000 Euro an. Brandursachenermittler waren noch in der Nacht auf Hinweise für Einbruch und Brandstiftung gestoßen und hatten einen Hundeführer der Polizeiinspektion Ludwigslust zur Hilfe gerufen. Fährtenhund Ben nahm die Spur auf und folgte ihr gut einen Kilometer durch die Stadt zum Bahnhof direkt zum Gleis 2, wo zuletzt ein Zug nach Rostock abgefahren war. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei bereits den Verdacht, dass der Tatverdächtige möglicherweise gleich bis nach Rostock durchfahren würde, wie Pressesprecher Volker Werner erklärte.

Daraufhin steuerten Ben und sein Hundeführer den dortigen Hauptbahnhof mit dem Polizeiwagen an. Auf Gleis 8, wo der Zug aus Wismar angekommen war, nahm der Hund die Spur erneut auf. Er lief ohne zu zögern zum Fahrstuhl, nahm den Weg durch die Unterführung und wieder hinauf zum Bahnsteig 6b, der Ausgangspunkt der Züge nach Schwerin ist.

Die Polizei konnte also davon ausgehen, dass der Gesuchte nunmehr in der Landeshauptstadt zu finden sein würde. "Beamten der Bundespolizei Schwerin gelang es, einen 18 Jahre alten Tatverdächtigen in der Nähe des Hauptbahnhofs festzunehmen", sagte Volker Werner und lobte die Vorarbeit der Ludwigsluster Kollegen, zuallererst natürlich die von Fährtenhund Ben. "Eine perfekte Leistung. Wie im Film", urteilte er. Der sechsjährige Rüde Ben und sein Hundeführer sind schon seit mehreren Jahren ein Team.

Die Ermittlungen zum Geschehen in Wismar dauern noch an. Das Motiv für die Taten wird derzeit in zwischenmenschlichen Zerwürfnissen vermutet. Der 18-Jährige soll dem Vernehmen nach ein Bekannter der Familie sein.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Dez.2011 | 07:55 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen