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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. November 2017 | 22:29 Uhr

Nachbarschaftsprojekt : Die Südstadt rückt zusammen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Projekt Nachbarschaftshilfe gestartet. Koordinierungsstelle vermittelt Kontakte. Alle Generationen angesprochen.

svz.de von
erstellt am 13.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Egal, in welchem Alter – das alltägliche Leben kann mitunter beschwerlich sein. Vor allem, wenn man es größtenteils allein bestreitet. „Gerade die älteren Bewohner in der Südstadt und Biestow hatten bei einer Befragung den Wunsch geäußert, dass etwas gegen die Isolation im Stadtteil getan wird“, sagt Patricia Fleischer. Die 60-Jährige ist deshalb zusammen mit Robert Sonnevend angetreten, diesen Wunsch zu erfüllen. Seit 2014 wurde an der Idee der Nachbarschaftshilfe gefeilt, vergangenes Jahr ein entsprechender Projektantrag bei der Stadt gestellt und die Finanzierung für zwei Jahre gesichert.


Katalog umfasst
50 Hilfeleistungen


„Wir haben bereits 20 potenzielle Helfer“, berichtet Fleischer. Jetzt, wo die Flyer gedruckt sind und die Internetseite freigeschaltet wurde, hofft sie mit ihrem Kollegen Sonnevend auf steigende Beteiligungszahlen. Das Duo bildet die Koordinierungsstelle des Projekts, bringt Helfer und Hilfesuchende zusammen, begleitet das Kennenlernen und steht beiden Seiten über den Erstkontakt hinaus jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung. „Es geht immerhin um den privaten und damit einen sensiblen Bereich. Das ist eine Frage des Vertrauens und da kann es ja sein, dass irgendwann die Ansprüche nicht mehr zueinanderpassen oder die Chemie vielleicht doch nicht stimmt“, sagt Fleischer, die das Projekt aus ihrer Ex-Heimat Bremen kennt und dort selbst Helferin war.

Den langen Vorlauf, den es in Rostock von der ersten Idee bis zur Umsetzung brauchte, sieht sie positiv. So war genügend Zeit, einen 50 Punkte umfassenden Leistungskatalog zu erstellen, in dem die Hilfemöglichkeiten aufgelistet sind. Außerdem musste zum Beispiel der Versicherungsschutz geklärt werden. Die Nachbarschaftshilfe soll ein ergänzendes Angebot zu professionellen oder gewerblichen Dienstleistungen sein. Mit denen wollen die Projektverantwortlichen nicht in Konkurrenz treten. Die fünf Euro Stundenlohn, die die Hilfebedürftigen an ihre Unterstützer zahlen, gelten deshalb als Aufwandsentschädigung und nicht als Lohn. „Ziel ist es, die Isolation zu durchbrechen und wieder eine richtige Nachbarschaft zu entwickeln“, sagt Fleischer. So könnte es älteren Bürgern durch die Hilfe möglich sein, länger in der eigenen Häuslichkeit zu bleiben. Und Alleinerziehenden könnte ein verlässlicher Babysitter mal einen freien Abend bescheren. „Es gibt auch Helfer, die sich darüber freuen, gebraucht zu werden und wieder eine Aufgabe zu haben“, weiß die Koordinatorin.

Obwohl das Projekt für die Südstadt und Biestow angelegt wurde, kann Patricia Fleischer sich vorstellen, es irgendwann in der Zukunft auf weitere Stadtteile auszuweiten. Dafür müsste die Finanzierung aber über die kommenden zwei Jahre hinaus gesichert sein, weshalb bereits Gespräche mit Wohnungsunternehmen geführt werden. Die haben laut Fleischer großes Interesse am Projekt und würden ihrer Meinung nach davon genau so profitieren wie die einzelnen Mieter.

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