Besser Leben : Die Südstadt als Forschungsobjekt

Für seine Projektarbeit geben Margitta Böther (l.) und Patricia Fleischer Student Marco Alexander Hosemann einen Einblick in den Aufbau der Südstadt.
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Für seine Projektarbeit geben Margitta Böther (l.) und Patricia Fleischer Student Marco Alexander Hosemann einen Einblick in den Aufbau der Südstadt.

Studenten aus Hamburg untersuchen das Quartier aus städtebaulicher Sicht. Bürgerinitiative gibt ihnen Einblicke in das Viertel.

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01. Juli 2015, 10:00 Uhr

Wie können Bedürfnisse von Anwohnern bei der konzeptionellen Planung von Stadtvierteln helfen? Auf welche Weise haben Bürgerinitiativen am Planungsprozess teil? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Marco Alexander Hosemann, Johanna Londong und Svenja Pacholski in ihrem Urban-Design-Studium an der Hafencity Universität Hamburg. Als konkretes Forschungsobjekt dient den Studenten die Rostocker Südstadt. Um sich ein genaues Bild von dem Viertel zu machen, haben sie gestern gemeinsam mit Mitgliedern der Initiative „Südstadt lebenswert erhalten“ einen Rundgang unternommen.

„Man muss jungen Leuten auch die Chance geben, sich alles genau anzuschauen“, sagt Silvia Pingel von der Initiative. Und das taten sie. Vom Südstadtcenter ging es vorbei an Stationen wie der Don-Bosco-Schule, dem Kringelgraben und dem Beginenhaus. Dabei hatten die Studenten immer die Gestaltung des Stadtteils im Blick.

„Es ist sehr auffällig, wie grün es hier ist. Anscheinend hat fast jede Wohnung ihre eigene Grünfläche vor der Tür“, so Svenja Pacholski. Dass das in Rostock nicht überall so ist, wissen die Studenten mittlerweile. Denn das Projekt, für das sie die Hansestadt näher untersuchen, beschäftigt sich mit allen Großwohnsiedlungen. So waren sie im vergangenen Semester auch schon in Lichtenhagen unterwegs. „Dort gibt es im Gegensatz zur Südstadt weitläufigere Häuserfluchten. Es ist zwar auch grün, aber nicht so verwinkelt“, erklärte Johanna Londong.

Für die Mitglieder der Bürgerinitiative ist das Interesse der Studenten ein Gewinn. „Das kommt uns sehr entgegen, für uns ist es auch wichtig, neue und frische Ideen mit einzubeziehen“, so die kommissarische Sprecherin Patricia Fleischer. Die Gruppe hatte sich im Mai 2014 als Reaktion auf die geplanten Großbauprojekte in der Südstadt gegründet. Sie will unter anderem den Bau von Hochhäusern am Kringelgrabenpark und an der Stelle des Berghotels verhindern, um den grünen Charakter des Stadtteils zu erhalten.

Die Studenten fertigen am Ende ihres Semesters eine Arbeit an, die sie auch der Bürgerinitiative vorstellen möchten. „Sie haben uns bis jetzt schon so viel geholfen, da wollen wir auch auf sie zukommen“, sagte Johanna Londong. Für Marco Alexander Hosemann stand am Ende des Rundgangs fest: „Die Südstadt ist ein Quartier, in dem vieles möglich ist.“

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