Die "Stubnitz" ankert in London

<strong>Die 'Stubnitz' liegt als  Botschafter  Rostock</strong><strong>s</strong> an den Royal Docks  im  Londoner  East End.<foto>Phalque</foto>
Die "Stubnitz" liegt als Botschafter Rostocks an den Royal Docks im Londoner East End.Phalque

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26. Juli 2012, 06:26 Uhr

London | Ein Stück Rostocker Kultur im Londoner East End: An den Royal Docks wird es während der Olympischen Spiele ein buntes, mecklenburgisches Spektakel geben. Das versprechen die Betreiber der "Stubnitz". Musiker wie das Rostocker Trio Satyre oder Cat’N’Guyen bekommen die Chance, sich an Bord zu präsentieren. Die Filmland MV GmbH zeigt Filme, die in Mecklenburg-Vorpommern gedreht wurden. Außerdem wird den Besuchern des Schiffs in einer szenischen Lesung das Werk Uwe Johnsons nahegebracht. Bereits gestern Abend ist an Bord das Caspar-David-Friedrich-Projekt eröffnet worden. Zu sehen sind darin Werke des Schweriner Malers und Fotografen Matthias Siggelkow.

Aber nicht nur Auftritte von norddeutschen Künstlern soll es auf der "Stubnitz" in London geben. Auch Gastauftritte von britischen DJs und Künstlern verspricht Urs Blaser, Geschäftsführer des Betreibervereins der "Stubnitz": "Wir haben hier bereits einen großen Fundus, aus dem wir schöpfen können."

Es seien aber nicht nur Kulturenthusiasten und Feierlustige in London zu finden, so Blaser. Anspannung und Angst vor möglichen Terroranschlägen seien schon seit Wochen zu spüren. Manchmal habe er das Gefühl, jeder zweite Londoner sei vom Sicherheitspersonal, so Blaser. Trotzdem: Die olympische Stimmung ist da, und die Chancen auf ein gut besuchtes Kultur- und Partyschiff stehen gut. Bereits Anfang Juli machte sich die "Stubnitz" beim Bloc-Festival einen Namen in der Londoner Musikszene. Zur Olympiade rechnet die momentan zwölfköpfige Crew mit ähnlich guten Besucherzahlen an dem Festival-Wochenende. Dieses musste wegen des zu hohen Andrangs abgebrochen werden.

Anfangs hatte Blaser große Sorge, überhaupt einen Liegeplatz in London zu bekommen. Mit den Royal Docks nahe dem deutschen Haus fand sich letztlich ein guter Liegeplatz. "Wir sind mitten im olympischen Geschehen", so Blaser. Der Geschäftsführer schwärmt: "Es ist toll, hier sein zu können. London ist eine atemberaubende Stadt."

Wie es nach der London-Reise weitergeht, steht noch nicht fest. "Vielleicht bleiben wir, vielleicht geht’s zurück nach Rostock, vielleicht auch was ganz anderes", sagt Blaser. Die Mannschaft müsse zunächst sehen, wie groß der Ansturm während des sportlichen Großereignisses sein wird. Wahrscheinlich ist aber, dass die Crew um Blaser noch bis über die Paralympischen Spiele in der britischen Hauptstadt verweilt. Wenn es nicht gut liefe, könne das Schiff immer noch in den Heimathafen zurück.

Denn in Rostock kann das Kulturschiff gute Publikumszahlen vorweisen. "Wir sind immer gut besucht und haben eine breite, treue Stammkundschaft", sagt Blaser. Der Grund: Als ein zum Kulturschiff umfunktionierter Fischereifrachter ist die "Stubnitz" weltweit einzigartig. "Durch diesen Status hoffen wir, auch einige unserer neu gewonnenen Londoner Kontakte mal in die Hansestadt holen zu können", sagt Blaser.

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