Stadthafen : Die „Stephan Jantzen“ soll leben

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Trotz Streit um Eigentumsrechte wird der Eisbrecher zum Kulturschiff. Musikschule Vierteltakt macht den Anfang.

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04. März 2015, 13:00 Uhr

Zwar darf er seit September wieder im Stadthafen liegen, aber der Streit um die Eigentumsrechte am Eisbrecher „Stephan Jantzen“ ist noch lange nicht ausgefochten. Erst im Januar wurde das längst fällige Gerichtsurteil auf unbestimmte Zeit verschoben – und bis heute gibt es noch keinen neuen Termin für die Urteilsverkündung.

Doch auch wenn nicht klar ist, wie lange die „Jantzen“ noch unter seiner Obhut steht, macht Jochen Pfeiffer, Vorsitzender der Societät maritim, seinen Standpunkt deutlich: „Warum soll so ein Schiff nicht leben?“, sagt er und signalisiert: Die „Jantzen“ soll ein Kulturschiff werden. Deshalb sollen Künstler künftig die Möglichkeit bekommen, die Räume des Schiffes zu nutzen: Für Konzerte, Theater und andere Veranstaltungen.

Den Anfang macht die alternative Musikschule Vierteltakt, die zum April auf das Hauptdeck der „Stephan Jantzen“ ziehen will. „Die Musikschule soll den ersten Grundstein für die Entwicklung zu einem Kulturschiff setzen“, sagt Schulleiter Sebastian Bening über die Pläne der Societät für die Nutzung des Eisbrechers. Die Mitglieder des Vereins selbst waren mit der Idee, auf der „Jantzen“ Musikschüler zu unterrichten, auf ihn zugekommen, so Bening. Denn die alternative Musikschule mit Hauptsitz in der Satower Straße war dadurch aufgefallen, dass sie Kindern aus dem benachbarten Flüchtlingswohnheim kostenlosen Musikunterricht anbietet.

Die Möglichkeit, auf dem Eisbrecher im Stadthafen zu unterrichten, ließ der Inhaber der Musikschule sich natürlich nicht entgehen. „Ab 1. April soll der Schulbetrieb starten“, so Bening. Dabei werde der Unterricht unter der Woche vornehmlich zu schulfreundlichen Zeiten am Nachmittag stattfinden. Am Wochenende wolle er außerdem verschiedene Kurse und Workshops anbieten. Aktuell unterrichten Bening und seine drei Kollegen der Musikschule Vierteltakt etwa 50 bis 60 Schüler und durch die Expansion erhoffe er sich noch mehr Zulauf, so der Schulleiter.

Gemeinsam wollen die Societät maritim und die Mitarbeiter der Musikschule außerdem einen Kulturausschuss bilden, erklärt Bening, der die Entwicklung der „Stephan Jantzen“ steuern soll. Zu Ostern soll das Schiff dann offiziell für Besucher zugänglich gemacht werden, so der Vereinsvorsitzende Pfeiffer. Neben festen Öffnungszeiten sollen dann auch Führungen durch den Schiffsrumpf und die Möglichkeit, einzelne Räume für private Feiern zu mieten angeboten werden. „Im Sommer spielt sich dann das meiste auf Deck ab“, sagt Pfeiffer. Dann werden zahlreiche Veranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden und ein Zelt vor Regen schützen.

Kontakt zur Musikschule Vierteltakt unter Telefon: 0381/12 73 26 01 oder per E-Mail an post@musikschule-vierteltakt.de

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