Marinemanöver in Rostock : Die „Schnellen Adler“ fahren Schiff

Das Seebataillon übt an Bord des niederländischen Unterstützungsschiff „Karel Doorman“ die Evakuierung.
Das Seebataillon übt an Bord des niederländischen Unterstützungsschiff „Karel Doorman“ die Evakuierung.

In einem fiktiven Staat müssen deutsche Bürger außer Landes gebracht werden: In Rostock übt die Bundeswehr die Evakuierung

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05. September 2018, 20:45 Uhr

Der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, Generalmajor Andreas Marlow, macht mit wenigen Worten die Notwendigkeit der mehrtägigen Übung „Schneller Adler“ zur Rettung deutscher Staatsbürger im Ausland klar. „Die Welt wird immer unberechenbarer, was die Sicherheitslage in vielen Staaten angeht“, sagt er gestern in Rostock. Die Aufgabe seiner Truppe sei es, im Notfall Deutsche im Ausland in Sicherheit zu bringen. Dazu seien viel Übung und Training nötig, um in dem Augenblick, in dem es notwendig sei, zu 100 Prozent bereit zu sein.

Der Aufwand, den die Bundeswehr für „Schneller Adler“ treibt, ist immens. Dazu wurden möglichst realitätsnahe Bedingungen geschaffen. Das holländische Schiff „Karel Doorman“ liegt im Rostocker Seehafen. Der Kai ist vollständig abgeriegelt, martialisch anmutende Soldaten sichern das Terrain. Mit dem kleinen Unterschied zu einem realen Einsatz, dass ihre Waffen nicht geladen sind – eine Auflage des Hafens.

Insgesamt sind mehr als 50 deutsche Soldaten aus Eckernförde und die rund 130 Niederländer an Bord der „Karel Doorman“ beteiligt. Für Marlow ist die Zusammenarbeit mit den Niederländern ein gutes Beispiel für die Kooperation mit Streitkräften anderer Staaten. In dem fiktiven Szenario irgendwo auf der Welt kommt ein Bus mit rund 40 Menschen an Bord – extra engagierte Statisten aus Rostock – bei dem mehr als 200 Meter langen Schiff an.

1500 Soldaten beteiligt

Die Aufgabe der teils schwer bewaffneten Soldaten ist es, die Insassen zu registrieren, medizinisch zu untersuchen und dann mit Proviant zu versorgen. Dabei wurden schon in der Planung Schwierigkeiten eingebaut. So gibt es zwei Leute, die per Rollstuhl aufs Schiff gebracht werden mussten, mehrere Verletzte und auch solche, bei denen durchaus die Gefahr besteht, dass sie an einer infektiösen Krankheit leiden. Diese werden zumindest kurzfristig isoliert. Manche haben auch gefährliche Gegenstände dabei.

Aufgabe der Soldaten ist es, auf all diese Situationen und Herausforderungen adäquat zu reagieren. Bei solchen Übungen könnten Erkenntnisse gewonnen werden, damit im Ernstfall sicherer und schneller agiert werden kann, betont ein Sprecher der Marine. Das in Rostock geübte Manöver habe in dieser Form noch nicht real stattgefunden. Er erinnert aber Szenarien in Libyen oder im Jemen in den vergangenen Jahren, bei denen die Bundeswehr an der Rettung von Deutschen beteiligt war.

In den kommenden Tagen sollen bei „Schneller Adler“ noch die „Schnelle Luftevakuierung“, die „Luftlandeoperation mit Fallschirmjägern“ und eine „Luftlandeoperation mit Hubschrauber“ geübt werden. 1500 Soldaten aus allen Teilstreitkräften sein beteiligt, so Marlow.

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