Pilze : Die Saison ist eröffnet

Pilzberater Dieter Mausolf wird am Wochenende auf der Landespilzausstellung Fragen beantworten.
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Pilzberater Dieter Mausolf wird am Wochenende auf der Landespilzausstellung Fragen beantworten.

Landes-Pilzausstellung lädt am Wochenende in den Botanischen Garten ein. Experten bestimmen mitgebrachte Fundstücke der Besucher

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24. September 2015, 08:00 Uhr

Dieter Mausolf ist heute bereits seit 7.30 Uhr in seinem Pilzrevier zwischen Laage und Tessin unterwegs, um für die Landespilzausstellung im Botanischen Garten der Universität Rostock gut vorbereitet zu sein. Hier wird der 61-Jährige am Sonnabend und Sonntag als Pilzberater Besuchern seine Fundstücke präsentieren, aber auch mitgebrachte Pilze bestimmen.

„Ich hoffe Maronen, Kornblumenröhrlinge, Hexen- Stein- oder auch Satanspilze zu finden“, sagt er vorab. Seine Passion für Pilze entstand zufällig: „Zur Armeezeit stieß ich während einer Übung auf eine Maronen-Gruppe“, erinnert sich der Rostocker, der seither regelmäßig in die Pilze fährt. Seine Erfahrung wollte Mausolf schließlich mit anderen Menschen teilen: „Seit 1993 bin ich staatlich geprüfter Pilzberater“, berichtet er und erklärt, dass es hierbei in erster Linie um Aufklärung und Bestimmung von Arten gehe. „Manche Sammler sind leichtsinnig und verwechseln giftige Pilze mit Speisepilzen.“

Häufig werde zum Beispiel der Steinpilz mit dem Gallenröhrling durcheinander gebracht, so der Experte. „Schon ein kleines Stück davon kann allerdings eine komplette Mahlzeit verderben“, erklärt der Pilzberater. Auch der Kahle Krempling, der lange für essbar gehalten wurde, sei gefährlich: „Die Symptome treten erst nach mehrmaligem Verzehr auf, denn der Pilz enthält bestimmte Allergene, die im Blutkreislauf zur Bildung von Antikörpern führen“, warnt Mausolf. Damit es zu keiner Vergiftung kommt, rät er im Zweifel dazu, den Pilz nicht zu verzehren. „Wer sich unsicher ist, kommt am Wochenende besser vorbei“, sagt er weiter. Neben ihm werden noch weitere Pilzberater bis zu 300 essbare bis giftige Arten heimischer Großpilze präsentieren.

Wer es zur Ausstellung nicht in den Botanischen Garten schafft, der hat an jedem Wochenende bis Ende Oktober die Gelegenheit, einen Pilzexperten zu treffen und seine gesammelten Körbe überprüfen zu lassen. „Ich empfehle allen Anfängern, uns zur Bestimmung heranzuziehen“, sagt Mausolf, der auch Tipps für die richtige Zubereitung von Pilzen mit im Gepäck hat.

„Die zentrale Ausstellung und Beratung wird bereichert durch eine Duft- und Taststrecke, den Verkauf von Pilzliteratur, Pilzgerichten, ein Quiz und einen Pflanzen- und Sukkulentenbasar“, kündigt Stefan Porembski, Direktor des Botanischen Gartens, vorab an. Kinder können außerdem an einer Bastelstrecke sowie mit Pilzlehrmodellen kreativ sein und mit dokumentenechter Tinte aus Tintlingen und Feder wie im Mittelalter schreiben. Die Ausstellung ist am Sonnabend, 26., und Sonntag, 27. September, von 10 bis 18 Uhr geöffnet.








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