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58. Internationaler Springertag in Rostock : "Die Saat geht vor Olympia 2016 auf"

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Beim 58. Internationalen Springertag und dem 19. FINA Grand Prix sind morgen 100 Aktive aus 22 Nationen angemeldet. In der Neptun-Schwimmhalle Rostock wird Bundestrainer Buschkow ein blutjunges Team ins Rennen schicken.

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erstellt am 21.Feb.2013 | 09:57 Uhr

Rostock | 100 Aktive aus 22 Nationen haben für den morgen in der Rostocker Schwimmhalle Neptun beginnenden 58. Internationalen Springertag und zugleich 19. FINA Grand Prix gemeldet. Mehr als ein Dutzend Teilnehmer an den Olympischen Spielen 2012 in London sowie Medaillengewinner der Weltmeisterschaft von Shanghai 2011 versprechen ein hohes Niveau der Traditionsveranstaltung. Mit dem Bundestrainer Wasserspringen, Lutz Buschkow, unterhielt sich NNN-Mitarbeiter Bernd-Dieter Herold.

Herr Buschkow, die Meldungen für die acht Entscheidungen sind abgeschlossen. Im deutschen Team fehlen einige bekannte Namen. Aus welchen Gründen?

Buschkow: Leider können wir beim ersten internationalen Kräftemessen im Vorfeld der im Juni an gleicher Stelle stattfindenden Europameisterschaft nicht mit dem kompletten Top Team antreten. Berlins Nora Subschinski musste sich einer Halswirbelsäulen-OP unterziehen, Martin Wolfram aus Dresden und der aus Leipzig stammende Stephan Feck haben Schulterprobleme. Auch Sascha Klein aus Riesa leidet unter gesundheitlichen Problemen. Ich bin mir sicher, dass sie aber für die EM wieder zur Verfügung stehen.

Chance also für den Nachwuchs, sich international zu beweisen?

In der Tat. Wir sind in der Hansestadt mit einem jungen Team vertreten. Vor allem bei den Damen deutet sich ein Umbruch an, zumal Christin Steuer ihre aktive Laufbahn beendet hat, Halles Katja Dieckow sich auf ihre Doktorarbeit konzentriert und Aachens Uschi Freitag in den Niederlanden studiert und künftig für die Oranjes antreten wird. Ich bin mir aber sicher, dass wir uns mit einer talentierten, schlagkräftigen Mannschaft der internationalen Konkurrenz stellen. Die Rostocker Tage werden uns ein Stück voranbringen.

Auch bei den Männern könnte das Aufgebot mit "Jugend forscht" beschrieben werden...

Bei den Verletzungsausfällen bleibt eigentlich keine andere Wahl. Es ist auch die Chance, sich im Wettstreit mit den Weltbesten zu beweisen. Die Saat, die wir heute in ein Blumenbeet legen, wird spätestens rechtzeitig vor den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro aufgehen. Selbst von Berlins Patrick Hausding, Vierter im Kunstspringen in London, kann ich beim 58. Springertag noch nicht 100 Prozent erwarten. Er befindet sich erst seit vier Wochen wieder im Trainingsprozess.

In Maxim Jerjomin hatten sie erstmals seit 2008 wieder einen Rostocker vornominiert. Im abschließenden Meldeergebnis erscheint sein Name nicht. Weshalb?

Um ihn tut es mir wirklich leid, zumal heimische Springer in der Vergangenheit stets das Salz in der Springertagssuppe waren. Maxim hat eine sehr gute Entwicklung genommen, sein Programm hinsichtlich der Schwierigkeiten aufgestockt und diese in beeindruckender Qualität beim Halloren-Pokal dargeboten. Auf Anraten der HNO-Spezialisten kommt ein Start im Interesse der Gesundheit des Sportlers nicht in Frage. Seine internationale Premiere in der Männerklasse wird verschoben. Es stehen ja noch einige Grand Prix aus.

Nochmals Thema Rostocker WSC: Zufrieden mit der gegenwärtigen Entwicklung?

Die Hansestädter konnten bei den Titelkämpfen der A/B-Jugend sowie bei der offenen Meisterschaft tatsächlich einige Ausrufezeichen setzen. Lene Krüger, Saskia Oettinghaus und Joe Eric Brenner wurden nicht umsonst durch meinen Nachwuchs-Bundestrainer Frank Taubert für internationale Aufgaben nominiert. Auch im noch jüngeren Bereich gibt es Talente. Sie, wie am Beispiel von Maxim Jerjomin geschehen, nach oben zu bringen, muss die Aufgabe sein.

Rostocks Springertag war stets die Geburtsstunde neuer Schwierigkeiten. Auch 2013?

Ex-WSC-Springer Frank Sander brachte ja vor Jahren den viereinhalb Salto vorwärts in der gehockten Ausführung ins Wasser. Im vergangenem Jahr bot ihn der Chinese Siyi Xie in der gehechteten Ausführung an. Ich bin mir sicher, dass die jungen Australier, Mexikaner oder Chinesen erneut ein Ding in dieser Richtung in petto haben. Was heute vielleicht noch utopisch erscheint, wird morgen ein Muss sein. Auch darauf haben sich unsere Springer einzustellen.

Dem Deutschen Schwimm-Verband ist mit der Stadt Rostock die Ausrichtung der EM 2013 und 2015 zugesprochen worden. Wie sind Sie mit dem Stand der Vorbereitung zufrieden?

Man braucht sich in der Halle ja nur umzusehen. Sie präsentiert sich im neuen Gewand. Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Stadt Rostock unterstützen nach besten Kräften das Vorhaben des mit der Ausrichtung beauftragten Vereins "Internationaler Springertag Rostock", sehr gute Gastgeber zu sein. Insgesamt sieben Millionen Euro gehen bis 2015 an Mitteln in dieses nachhaltig angelegte Projekt. Am Freitag wird sich ein Arbeitskreis erneut mit dem Vorbereitungsstand beschäftigen.

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