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20. Oktober 2017 | 05:13 Uhr

Die Rotbäk erhält ein neues Bett

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2012 | 10:08 Uhr

Lambrechtshagen | Kräftig prasselt der Regen auf den Container, in den sich die Teilnehmer der Bauberatung wegen des Wetters zurückgezogen haben. Mitten in Lambrechtshagen stehen bereits die Bagger, denn in der Ortslage wird die Renaturierung der Rotbäk vorbereitet. Eine Maßnahme, die auf der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie aus dem Jahr 2000 beruht. Deren Ziel ist es, die Gewässer bis 2015 in einen ökologisch guten Zustand zu versetzen. Deshalb werden die Kosten des Bauabschnittes in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro auch von EU, Bund und Land gefördert. Die Gemeinde zahlt einen Eigenanteil von 15 Prozent.

"Da die Maßnahme auch dem Hochwasserschutz dient, können die Anwohner kaum erwarten, dass es losgeht", sagt Marco Schreiber. Er ist Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Hellbach-Conventer Niederung, der für die Unterhaltung und den Ausbau von Gewässern zweiter Ordnung, wie der Rotbäk, zuständig ist.

Alte Rohre stammen noch aus DDR-Zeiten

Das 2,5 Kilometer lange Teilstück zwischen Lambrechtshagen und dem Mönkwedener Wald, an dem jetzt gearbeitet wird, ist der letzte Abschnitt der Rotbäk, der noch renaturiert werden soll. Das Gewässer kommt von der Rostocker Stadtweide und Kritzmow, fließt durch Lambrechtshagen, quert am Abzweig Bartenshagen die Bundesstraße 105 und führt von dort als so genannter Randkanal entlang der Conventer Niederung bis in die Ostsee.

"In der Ortslage Lambrechtshagen verläuft es teils in offenen Gräben, zum größten Teil aber in Rohrleitungen", so Schreiber. Diese Rohre würden noch aus DDR-Zeiten stammen und seien für die damals notwendige Entwässerung der landwirtschaftlichen Flächen ausgelegt gewesen. Den Wassermassen, die von den jetzt bebauten und versiegelten Flächen in die Rohre eingeleitet werden und sie durchfließen, seien die Leitungen nicht gewachsen. Außerdem habe die Renaturierung einen wichtigen ökologischen Aspekt, denn "weil Licht und Substrat fehlen, können Gewässerlebewesen die Rotbäk in den Rohrleitungen nicht durchwandern", so Schreiber. Deshalb werde zusätzlich ein neues, offenes Gerinne geschaffen. Die Rohre werden dennoch beibehalten und dort, wo sie Schwachstellen haben, ausgebessert. So kann die Ableitung des Wassers künftig aufgeteilt und die Belastung für das Rohrsystem minimiert werden. "Dabei haben wir bei der Planung mit den Werten eines hundertjährigen Hochwassers gerechnet", sagt Planer Daniel Jaeger. So will er sicherstellen, dass die Leitungen auch besonderen Belastungen standhalten.

Ziel sei es, mit den Arbeiten am Abschnitt zwischen Lambrechtshagen und dem Mönkwedener Wald bis November 2013 fertig zu sein. In der Ortslage wird derzeit an der Baufeldfreimachung gearbeitet und die Versorgungsleitungen verlegt. Sperrungen für die Autofahrer seien während der Baumaßnahme nicht zu vermeiden, aber schon auf Anwohnerversammlungen mit den Betroffenen besprochen worden, so die Bauherren. Das Verständnis sei groß. Denn die Lambrechtshäger hoffen, dass die Renaturierung der Rotbäk auch mit dazu beiträgt, dass sie nie wieder so schlimm vom Hochwasser betroffen sein werden, wie sie es im vergangenen Sommer waren.

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