marine : Die Ostsee rückt in den Fokus

Marine-Schnellboot „Hyäne“: „Eine signifikante Veränderung der Lage.“
Marine-Schnellboot „Hyäne“: „Eine signifikante Veränderung der Lage.“

Sicherheitskolloquium: Ukraine-Konflikt bestimmt den politischen Auftakt

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06. August 2015, 08:00 Uhr

Während sich ein paar Meter entfernt schon die Stars der Sail, die Schiffe, auf der Warnow tummelten, stand gestern im Rathaus die deutsche Sicherheitspolitik im Mittelpunkt. Veranlasst durch den in der Ukraine aufgeflammten Konflikt mit Russland rückten die rund 160 Teilnehmer des 15. Maritimen Sicherheitskolloquiums die Ostsee in den Fokus. „Wir dachten bisher, wir wären nur von Freunden umgeben – das ist wirklich eine signifikante Lageveränderung“, sagt Marineinspekteur und Vizeadmiral Andreas Krause. Landes- und Nato-Bündnisverteidigung müssten wieder verstärkt Beachtung finden.

Derzeit arbeitet die Bundesregierung am Weißbuch 2016, in dem die Aufgaben der Bundeswehr sowie benötigtes Personal und Material festgelegt werden. „In Zeiten des Umbruchs ist es besonders wichtig, die maritime Komponente unserer Sicherheitspolitik zu betonen“, sagt Vizeadmiral a. D. Hans-Joachim Stricker, Präsident des Deutschen Maritimen Instituts. Und weiter: „Durch die Geschehnisse im Schwarzen Meer und auf der Krim ist eine Lage entstanden, die zu neuer Nachdenklichkeit und neuen Überlegungen in Nato und EU führt.“

Dabei wird die Deutsche Marine schon jetzt an vielen anderen Fronten beansprucht, beispielsweise innerhalb des Anti-Piraterie-Einsatzes Atalanta oder der Unifil-Mission vor dem Libanon. Außerdem ist sie Teil der EU-Aufklärungs- und Rettungsmission im Mittelmeer. Ihre Schiffe haben bislang mehr als 6600 Flüchtlinge aufgenommen. „Mit unserem Einsatz können wir Zeit kaufen, damit die Politik in Afrika selbst Lösungen finden kann“, sagt Krause. Denn in den Konflikten und der Armut vor Ort liege die Ursache für die Völkerwanderung. „In Nordafrika befinden sich derzeit mindestens eine Million Menschen, die nach Europa wollen“, sagt Krause. Auch hier gelte: „Maritime Sicherheit kann nur durch Kooperation mit anderen Staaten und Organisationen sichergestellt werden.“

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