Musik : Die Neuen in der Philharmonie

Die Neuen im Orchester sind Angela Chang, Yating Chang, Sarabeth Guerra und Byeonghun Kim (v. l.). Sie verstärken die Norddeutsche Philharmonie.
Die Neuen im Orchester sind Angela Chang, Yating Chang, Sarabeth Guerra und Byeonghun Kim (v. l.). Sie verstärken die Norddeutsche Philharmonie.

Vier junge Musiker verstärken das Rostocker Orchester zum Beginn der Spielzeit. Das erste Konzert der Saison steht bevor.

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11. September 2015, 10:00 Uhr

Sie stehen alle erst am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn, haben vor noch nicht allzu langer Zeit ihr Studium abgeschlossen und können sich jetzt über Festverträge am Rostocker Volkstheater freuen. Angela Chang, Sarabeth Guerra, Yating Chang und Byeonghun Kim verstärken seit Kurzem die Norddeutsche Philharmonie – Angela und Sarabeth sogar als Solisten in ihren Stimmgruppen.

„Bei manchen dauert es Jahre, bis sie eine Festanstellung bekommen“, sagt Angela. „Bei anderen klappt es gleich.“ Die 26-Jährige und ihre Musikerkollegen hatten Glück. Zwei Hornisten gingen in den Ruhestand, die Stellen konnten durch Yating und Byeonghun neu besetzt werden. Angela und Sarabeth rückten nach, als zwei Stimmgruppenführer zwar nicht in den Ruhestand, aber von der Solistenposition ins Tutti wechselten.

Sarabeth und Byeonghun hatten bereits Zeitverträge am Haus. Auf die Stellen mussten sie sich trotzdem ganz normal bewerben. Das funktioniert im ersten Schritt klassisch mit einem Lebenslauf. „Wenn man dann eine Einladung erhält, bereitet man sich auf das Vorspiel vor. Das heißt vor allem ganz viel üben“, erklärt die 26-jährige Angela. Sie ist Cellistin und hat in München studiert. Auf das 1. Philharmonische Konzert der Spielzeit am Sonntag freut sie sich schon. „Es ist ein sehr schönes Programm, bei dem man Spaß beim Spielen hat“, sagt sie. Vor allem gefällt ihr daraus Beethovens 8. Sinfonie – nicht nur aber auch, weil es darin ein Cello-Solo gibt.

„Und eins für Horn“, sagt Yating Chang. Sie stammt aus Taiwan und hat in Hannover und Detmold studiert. Wie sie zum Horn gekommen ist? „In Taiwan lernen alle zuerst Klavier. Irgendwann gibt es dann eine Prüfung und danach eine Empfehlung für verschiedene Instrumente“, berichtet die 27-Jährige. Horn und Fagott waren ihr damals nahegelegt worden. „Mein Lehrer riet mir dann zu Horn – einfach weil es davon mehr Stellen im Orchester gibt“, erzählt sie lachend. Noch kurioser ist die Geschichte ihres Kollegen Byeonghun aus Südkorea. „Als ich 14 Jahre alt war, hat mich ein Freund dazu angestachelt, einfach mal aus Spaß zu spielen. Das hörte dann ein Professor, der mich fragte, ob ich bei ihm mitspielen möchte“, erzählt der 28-Jährige. Zum Studieren kam er dann genau wie Yating nach Europa. „Wenn es um klassische Musik geht, ist Europa und gerade auch Deutschland genau der Ort, an dem man sein muss“, sagt Yating.

Auch wenn die Heimat der Oper eher Italien ist. Von dort stammt Sarabeth. Sie hat mit vier Jahren angefangen, Geige zu spielen. „Das war der Wunsch meiner Mutter. Sie spielt Klavier.“ Nachdem sie in Italien und Basel ihre Ausbildung absolviert hatte, zog sie der Liebe wegen nach Rostock. Ihr Freund fand hier als Biologe eine Anstellung.

Beim 1. Philharmonischen Konzert spielen die vier unter der Leitung von Dirigent Stefan Klingele Werke von Jean Sibelius, Jörg Widmann und Beethoven.

Termine: Sonntag, 18 Uhr, Montag und Dienstag 19.30 Uhr

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