Fähre „Berlin“ : Die Neue läuft sich ein

Die neue Scandlines-Fähre „Berlin“ nimmt von Rostock Kurs auf Gedser.
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Die neue Scandlines-Fähre „Berlin“ nimmt von Rostock Kurs auf Gedser.

Scandlines-Fähre „Berlin“ baut nach Startproblemen Verspätungen ab. Fehler in der Krängungsanlage

svz.de von
15. Juni 2016, 08:00 Uhr

Die neue Scandlines-Fähre „Berlin“ nimmt Kurs auf Gedser. Für die Rostocker und ihre Gäste wird der Neuling im Hafenrevier, der lange auf sich warten ließ, zunehmend zum gewohnten alltäglichen Bild. Die Fähre zieht ruhig ihren Weg, ist äußerst geräuscharm, wie Schaulustige am Neuen Strom beobachten, als die „Berlin“ einmal mehr die Verkehrszentrale in Warnemünde und das Kreuzfahrtterminal passiert.

Am 23. Mai, drei Wochen nach der Taufe, hat die neue Hybridfähre ihren Dienst aufgenommen und musste zunächst einige Startschwierigkeiten überwinden, wie Scandlines-Sprecherin Anette Ustrup-Svendsen offenbarte. So war es an den ersten Einsatztagen wiederholt zu Verspätungen gekommen. Es gab laut Scandlines Anlaufprobleme mit der lange verwaisten Rampenanlage (mit dem Abzug vom Oberdeck) in Rostock, die jedoch alle nach und nach gelöst wurden. Es wurde ein Fehler in der Krängungsanlage der Fähre festgestellt, der zu einer verzögerten Reaktionszeit des Schiffes führt. Dieser Fehler wird vom Lieferanten schnellstmöglich behoben, versichert die Sprecherin.

Sowohl die Besatzung um Kapitän Hartmut Adam als auch die Terminalcrew müsse sich an die neuen Gegebenheiten gewöhnen und sich mit der neuen Fähre vertraut machen, erklärt Ustrup Svendsen. Wegen technischer Probleme habe man drei Doppeltouren absagen müssen, bedauert sie. Die Wartezeiten konnten inzwischen aber weitgehend normalisiert werden – lediglich die 48 Stunden Sommerwartung der „Kronprins Frederik“ schlugen noch einmal zu Buche.

„Insgesamt bauen wir Tag für Tag Verspätungen ab und sind in der Lage, den Fahrplan mehr und mehr einzuhalten“, erklärt die Scandlines-Sprecherin. Die Kunden zeigten sich jedenfalls außerordentlich zufrieden mit den neuen Gegebenheiten an Bord, kann sie konstatieren.

Pro Schiff – die „Copenhagen“ soll ja im Herbst folgen – wurden 140 Millionen Euro investiert, wie Scandlines-Chef Søren Poulsgaard Jensen bei der Taufe der topmodernen Fracht- und Passagierfähre betonte. Mit Platz für 460 Pkw oder 96 Lkw wird die Kapazität auf der Strecke Rostock-Gedser mehr als verdoppelt. Gleichzeitig vereinfacht und erweitert Scandlines den Fahrplan.

Inspiriert von der norddeutschen und skandinavischen Naturlandschaft zeigen sich die Inneneinrichtung und das Design der Passagierbereiche. In den großen, hellen Räumen können die Kunden die Aussicht über das Meer genießen. So auch vom Büfett im vorderen Teil der Fähre, das Sitzplätze für über 300 Gäste bietet, oder von den Cafeterias mittschiffs und am Oberdeck.


Oldtimer fährt nun als „Prince“ im Mittelmeer


Etliche Rostocker haben sich inzwischen mit der neuen Fähre näher vertraut gemacht, am 21. Juni geht auch der Rostocker Hafenstammtisch zu einer Diskussionsrunde an Bord.

Der Oldtimer „Prins Joachim“ wurde bekanntlich an European Seaways verkauft, und am 25. Mai dem neuen Eigentümer übergeben. Die Fähre heißt jetzt „Prince“ und segelt nun mit griechischen Eigentümern unter zypriotischer Flagge und mit Limassol als Heimathafen weiter. Dirk Pevestorff, der mehrmals an Bord der „Prins Joachim“ im Dienst war, erst als 1. Offizier und zuletzt als Senior-Kapitän, habe für die beratende Übergabe der „Prins Joachim“ an die Griechen gesorgt, merkt Ustrup-Svendsen an.

Als Reiseziel ist in diesem Jahr Skandinavien nach krisen- und kriegsbedingten Einschränkungen am Mittelmeer stark nachgefragt, wie erst jüngst auch die anderen von Rostock agierenden Fährreedereien Stena Line und TT Line bestätigen.

Und auch der Bornholmverkehr von Sassnitz-Mukran wächst um etwa 3,9 Prozent, wie uns Färgen-Chef John Steen-Mikkelsen berichtet. Für die Fährlinie Sassnitz-Rönne begann deshalb die Saison schon ein wenig früher, wurden die hier eingesetzten Fährfahrten mit den Schiffen „Hammerodde“ und „Povl Anker“ im Juni und Juli bereits sehr gut gebucht. Mikkelsen rechnet auch auf den anderen Färgen-Routen mit einer guten Saison.

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