Rostock : Die neue Art zu heizen

Noch ist das Projekt von Kathrin Traxel und ihren Mitarbeitern bei E.contract ein theoretisches Schema.   Fotos: christina milbrandt
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Noch ist das Projekt von Kathrin Traxel und ihren Mitarbeitern bei E.contract ein theoretisches Schema. Fotos: christina milbrandt

Wiro und Planungsbüro E.contract setzen sich für alternative Wege zur Wärmegewinnung ein / Land gibt finanzielle Unterstützung

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31. Juli 2014, 07:37 Uhr

Den Traum von niedrigeren Betriebskosten haben viele Rostocker. Für Wiro-Kunden wird er bald in Erfüllung gehen. Das kommunale Wohnungsunternehmen baut derzeit zwei Wohnhäuser im Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg. Das Besondere: Die 39 Wohnungen sollen mithilfe eines so genannten Eisspeichers geheizt werden. Dabei handelt es sich um einen Wassertank, der mehr als 160 Kubikmeter fassen kann. Er besteht aus Beton und wird auf dem Grundstück eingegraben.

Durch die Wärme in der umliegenden Erde heizt sich das Wasser auf. Darüber hinaus ist der Eisspeicher mit einer fotothermischen Anlage verbunden, die auf dem Dach des Hauses installiert wird. So kann das gespeicherte Wasser bis zu 28 Grad Celsius warm werden. „Für unsere Mieter ergeben sich dadurch 30 Prozent weniger Betriebskosten“, sagt Christian Urban, der Technische Geschäftsführer der Wiro.

Die Gesamtkosten liegen bei rund 412 000 Euro. Einen Teil davon trägt das Land. Energieminister Christian Pegel (SPD) überreichte dem Wiro-Geschäftsführer gestern einen Zuwendungsbescheid über rund 111 000 Euro. „Innovative Projekte wie dieses sind Flaggschiffe. Das unterstützen wir gern“, so der Minister.

Getreu diesem Motto würdigte Christian Pegel gestern ein weiteres Rostocker Projekt. Die E.contract GmbH konnte sich über einen Zuschuss von rund 13 500 Euro für eine Studie zu geothermischer Energiegewinnung freuen. Mit der Hilfe von externen Partnern wollen die fünf Mitarbeiter der Firma herauszufinden, ob Rostocker Gebäude zum Teil auch durch Wärme aus dem Untergrund der Stadt versorgt werden können. Momentan bezieht ein Großteil der Wohnungen seine Energie noch aus Fernwärme, die in einem Gas- und Dampfkraftwerk erzeugt wird.

Bislang hat das Planungsbüro zwei Studien durchgeführt, die gezeigt haben, dass das Vorhaben großes Potenzial hat, berichtet Geschäftsführerin Kathrin Traxel. Die Fördermittel sollen nun in eine letzte Studie fließen. Stellt sich das Projekt als praktisch umsetzbar heraus, hätte die E.contract auch schon einen wichtigen Interessenten: das Universitätsklinikum in der Schillingallee.

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