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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. Dezember 2017 | 22:14 Uhr

Volkstheater : Die Mehrheiten sind klar

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Linke und Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09 üben heftige Kritik an Vorlage einer Viererkoalition – sind stimmenmäßig aber unterlegen.

von
erstellt am 25.Feb.2015 | 12:00 Uhr

„Scheinheilig“, „Verrat“, „Diktat“ – der Theater-Kompromiss von CDU, SPD, Grünen und Für Rostock/FDP stößt bei den beiden anderen Fraktionen auf heftige Kritik. „Die vier Fraktionen haben das Volkstheater, seine Mitarbeiter und die Rostocker verraten und verkauft“, sagt Sybille Bachmann, Chefin des Zusammenschlusses aus Rostocker Bund, Grauen und Aufbruch 09.

Real verstecke sich hinter dem vorgelegten Entwurf die Schließung von Tanz- und Musiktheater, so Eva-Maria Kröger, Vorsitzende der Linksfraktion und des Aufsichtsrats der Bühne: „Schrittweise sollen sie nicht mehr durch das Volkstheater selbst angeboten werden. Stattdessen würden Gastspiele anderer Häuser in Zukunft unser Theater bespielen.“ Laut Entwurf sollen die Intendanten die Produktionen untereinander abstimmen. „Die Wünsche der Theater werden im Spielplan berücksichtigt“, heißt es dort.

Betriebsbedingte Kündigungen werden zwar grundsätzlich ausgeschlossen. Aber Kröger sagt: „Die Formulierung, man strebe eine sozialverträgliche Umstrukturierung an, bedeutet Personalabbau ohne Kündigungen.“ Stattdessen werde die Mitarbeiterzahl durch Verrentung und Auslaufen befristeter Verträge reduziert. Im entsprechenden Szenario der Beraterfirma Actori, auf dem die Vorlage basiert, werden so 53  Stellen bis 2020 abgebaut, 2048 scheidet der letzte der 81 nicht mehr benötigten Mitarbeiter aus.

„Unser Ziel ist es, nachhaltige Strukturen zu schaffen“, sagt Thoralf Sens (SPD). Dafür sollen dem Theater 2020 rund 18 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, die sich Land und Stadt jeweils zur Hälfte teilen. „Wir wollen den Fokus künftig wieder aufs Künstlerische setzen“, sagt Sens.

Bachmann legt ihren Fokus zunächst allerdings auf die Vorlage. Aus ihrer Sicht besiegelt diese „die Beerdigung der Bürgerbeteiligung zur Strukturentscheidung“. Die Rostocker dürften nur bei der Umsetzung der Spartenschließung mitreden – „eine echte Farce“. Zudem werde aus ihrer Sicht auf die Rückkehr zum Flächentarif verzichtet. Laut Vorlage soll ein eigener Tarifvertrag abgeschlossen werden, der die Gehaltssteigerungen des Flächentarifs bis zu maximal 2,5 Prozent übernimmt. Bis zur Spielzeit 2019/2020 soll gleitend zum Flächentarif zurückgekehrt werden.

Stimmt die Bürgerschaft heute mit der Mehrheit der vier Fraktionen zu, muss der Entwurf vor seiner Umsetzung auch noch durch die Landesregierung bestätigt werden.

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