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Zum Jahreswechsel sind Rubbellose wieder beliebt : Die Jagd nach dem Glück

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Zwischen Weihnachten und Silvester geht das Hoffen und Bangen im Nordosten wieder los. Etwa 200 000 Lose der Silvesterglücksrakete will allein die Lotto-Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern an den Mann bringen.

svz.de von
erstellt am 27.Dez.2011 | 09:28 Uhr

Rostock | Zwischen Weihnachten und Silvester geht das Hoffen und Bangen im Nordosten wieder los. Etwa 200 000 Lose der Silvesterglücksrakete will allein die Lotto-Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern an den Mann bringen, wie jedes Jahr seit 1992. "Die Glücksrakete gab es in anderer Form sogar schon zu DDR-Zeiten und war damals sehr beliebt, weil es Autos und Kreuzfahrten zu gewinnen gab", sagte Lotto-Geschäftsführerin Barbara Becker. Auch sie werde in diesem Jahr wieder mitspielen.

Becker ist seit 20 Jahren die "Lottofee" im Nordosten und kennt alle Gewinner größerer Geldbeträge im Land. Nicht immer ist jedoch mit dem Hauptgewinn auch persönliches Glück verbunden. "Das ruft immer auch Neider und sogenannte Freunde auf den Plan und ist oft wie bei einer Erbschaft: Ganze Familien zerbrechen daran", sagte sie und berichtete von einem älteren Herren, der vor einigen Jahren eine Summe im Millionenbereich gewann. "Seine Kinder meinten, ihm würden für seinen Lebensabend doch 20 000 Euro genügen. Den Rest wollten sie geschenkt haben."

Lottomillionäre sollten zurückhaltend sein

Damit die Gewinner mit dem plötzlichen Geldsegen nicht völlig überfordert sind, gibt es bei der Lottogesellschaft eine Mitarbeiterin für Großgewinne. Sie steht jedem, der mehr als 50 000 Euro gewonnen hat, zur Seite. "Wir raten immer, niemandem von dem Geld zu erzählen, nicht einmal den nächsten Verwandten", sagte Becker. Anlagetipps gebe es aber nicht. "Wenn sich jemand eine Million Gummibärchen von dem Geld kaufen will, dann ist das auch gut", sagte sie.

In den vergangenen 20 Jahren wurden in Mecklenburg-Vorpommern 39 Menschen durch einen Tippschein zu Millionären, der höchste Gewinn in diesem Jahr waren 12,8 Millionen. Doch auch die größten Pechvögel habe es in diesem Jahr gegeben. "Als wir vor kurzem 69 Gewinner mit einem Sechser im Lotto hatten und die nur 30 000 Euro bekamen, das war schon traurig", sagte Becker. Neun Spieler mit sechs Richtigen plus Superzahl konnten sich damals immerhin noch über eine Million Euro freuen.

Im Nordosten wird vergleichsweise wenig gespielt

Etwa 420 000 Spielscheine gehen pro Woche in den Annahmestellen im Nordosten ein - nicht besonders viele im Bundesvergleich. "Wir haben eine vernünftige Bevölkerung", sagte Becker. Außerdem fehle in Mecklenburg-Vorpommern die Mittelschicht sowie Migranten, die meist häufiger spielten, als Deutsche. "Unser Spieler hier ist meist Mitte fünfzig, in anderen Bundesländern wird mit Mitte 30 angefangen zu spielen", sagte sie.

Dennoch setzt die Lottogesellschaft so einiges um. Etwa 110 Millionen Euro seien es pro Jahr, 50 Prozent davon seien Gewinnausschüttungen. Und natürlich gebe es nicht nur negative Beispiele von plötzlichen Millionären. "Wir hatten eine Frau, die ihr Geld bar haben wollte und es dann in einer ganz normalen Plastiktüte nach Hause trug", erinnerte sich Becker. Die Frau habe einfach das Gefühl genießen wollen, ein Mal so viel Geld in der Hand zu haben. Ob der Gewinn anschließend unter dem Kopfkissen oder doch auf der Bank landete, ist nicht bekannt.

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