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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 06:20 Uhr

lärmschutz : Die Hansestadt wird leiser

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Weniger Krach für mehr Lebensqualität: Bürgerschaft beschließt Lärmschutzwände, Kreisverkehre, Tempolimits und Flüsterasphalt

Lärmschutzwände, Kreisverkehre, Geschwindigkeitsbegrenzungen: Rostock bekämpft die Lärmbelastung seiner Einwohner. An insgesamt 37 so genannten Lärmbrennpunkten sollen Gegenmaßnahmen greifen – die ersten sogar kurzfristig. Das beschloss die Bürgerschaft bei ihrer jüngsten Sitzung. Die Kommunalpolitiker setzten die zweite Phase des Lärmaktionsplans in Kraft.

Als Hauptverursacher des Lärms in Rostock gilt der Straßen- und Schienenverkehr. Zu den Brennpunkten zählen Hauptverkehrsachsen wie die Straße Am Strande, Hamburger- und Lübecker Straße sowie Holbeinplatz oder die Kreuzung Parkstraße/Dethardingstraße in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Dort begegnen sich Busse, Straßenbahnen, die S-Bahn, Auto- und Lasterverkehr. Rieke Müncheberg vom Amt für Umweltschutz sagt: „Ziel ist es, die potenziell gesundheitsgefährdenden Lärmbelastungen zu verringern.“ Gesundheitsgefährdend, das sei Lärm tagsüber oberhalb von 65 Dezibel, nachts oberhalb von 55 – so als würden Anwohner etwa permanent mit Bürolärm konfrontiert. „Durch den Aktionsplan soll die Lebensqualität in der Stadt erhöht werden“, so Müncheberg.

Die Verwaltung plant unter anderem den Einsatz von besonders leisem Asphalt, von dem ein Testabschnitt bereits Am Strande existiert. Zudem sollen dem Amt zufolge Kreisverkehre, Lärmschutzwände sowie Geschwindigkeitsreduzierungen von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde eingeführt werden. Letztere lösen laut Andreas Engelmann (Linke), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, „viele Probleme“.

Der Plan ist unter Mitwirkung der Öffentlichkeit – in Expertengesprächen, in vier Lärmforen und im Internet – umfangreich geprüft worden. Auf eine Verbesserung hoffen jetzt viele Anwohner lauter Straßen. So wie Marianne Wilde, die am Südring wohnt und bisher Ohrstöpsel zum Schlafen nutzt und die Fenster geschlossen hält. „Denn bei uns vor der Haustür fahren Rettungs- und Feuerwehrwagen vorbei“, sagt die 66-Jährige.

Die Einhaltung europäischer Vorgaben zum Lärmschutz erfordert laut Bauausschuss-Chef Frank Giesen (CDU) nicht unerhebliche Gelder. „Die Bereitstellung der notwendigen Mittel dürfte angesichts der finanziellen Situation der Stadt eine große Herausforderung sein.“

Rostock will sich jedoch mit dem Lärmaktionsplan nicht nur um zu laute Zonen kümmern. Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) sagt: „Es geht auch darum, ruhige Gebiete als solche auszuweisen“ – damit es dort dauerhaft leise bleibt. Ein Beispiel: das Erholungsgebiet Schwanenteich.


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