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Bauprojekt in Rostock : Die Hansestadt baut unter Hochdruck

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

10 000 Wohnungen will Senator Matthäus in den nächsten Jahren schaffen. Sorge vor Abwanderung ins Umland. Neue Flächen geplant.

von
erstellt am 07.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Bis 2035 wird Rostock Prognosen zufolge 25 000 mehr Einwohner haben. Und die müssen irgendwo wohnen. Probleme gibt es jetzt schon. „Wir merken in Rostock den enormen Bedarf an Wohnraum aufgrund der Verknappung – nicht erst seit Ankunft der Flüchtlinge. Der Wohnungsleerstand beträgt um ein Prozent“, so Bausenator Holger Matthäus (Grüne). In seinem Senatsbereich muss umgesetzt werden, was Stadtoberhaupt Roland Methling (parteilos) zur Maßgabe gemacht hat: 1500 Wohnungen mehr pro Jahr.

Die seien notwendig, um das „Wachstumspotenzial Rostocks in wesentlichen Teilen“ auch abzufangen. „Dafür stellen wir innerhalb der Stadtverwaltung und mit den kommunalen Gesellschaften, aber auch mit zahlreichen Partnern die Weichen. Darüber hinaus entlastet forcierter Wohnungsneubau auch den Mietwohnungs- und Immobilienmarkt“, so der Oberbürgermeister.

Die Verwaltung sei intensiv bei der Arbeit, den Wohnraumbedarf der Prognose von 230 000 Einwohnern anzupassen, so Matthäus. „Ich gehe zurzeit von bis zu 10 000 neuen Wohnungen aus. Zurzeit in Realisierung sind etwa 1700 Wohneinheiten, in Planverfahren 2500 und weitere in Vorplanung“, sagt er. Es gebe zahlreiche laufende Projekte: Holzhalbinsel, Parkstraße Warnemünde, Petriviertel oder auch Thierfelderstraße. Der Zuwachs an neuen Wohnungen soll in den nächsten Jahren spürbar sein. Ein Großbauprojekt plant die WG Union für Lütten Klein, auf dem Gelände der ehemaligen Poliklinik – ein 22-geschossiges Wohnhaus. Dafür müsste der Bebauungsplan geändert werden. Matthäus ist dafür: „Da könnten mit einem Bauwerk gleich sehr viele Wohnungen entstehen.“ An der Position sei die Höhe aus seiner Sicht weniger problematisch.

Für seine Mitarbeiter bedeuten die hoch gesteckten Ziele vor allem viel Arbeit. Von 34 Kollegen aus der Abteilung Bauordnung sind sieben gerade nicht tätig – aufgrund von Krankheit oder Wechsel. In anderen Abteilungen ist es ähnlich. Stellen sollen nachbesetzt werden. Probleme wie dieses bekommt auch die Arbeitsgruppe Wohnungsbau auf den Tisch. Seit November 2014 arbeiten in der der Oberbürgermeister, Bausenator, die Leiter von Bau-, Umwelt-, Stadtplanungs-, oder auch Verkehrsamt sowie zeitweise auch Hafen- und Forstamt. Alle zwei Monate trifft sich die Gruppe zur Abstimmung und Festlegung. „Das ist für eine optimierte Verwaltungsarbeit bei diesen hohen neuen Anforderungen extrem wichtig geworden“, sagt Matthäus. Neben Greifswald sei Rostock die einzige Stadt im Land, die wächst. „Das müssen wir geschickt nutzen“, sagt er, Rostock als Oberzentrum des Landes stärken. Wenn Menschen ins Umland abwandern, würde das Zersiedlung, zusätzliche Pendelverkehre und Steuerverluste bedeuten. Also passt die Stadt auch ihre Vorgaben an. Ralph Müller, Chef vom Stadtplanungsamt, will unter Beteiligung der Öffentlichkeit den Flächennutzungsplan der Stadt von 2006 über fünf Jahre überarbeiten lassen – hin zu mehr Baurecht. Da könnte aus einem Acker Wohnungsbauland werden und dem Besitzer viel Geld bringen.

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