zur Navigation springen

Bronzeplastik in Rostock : Die „Häschenschule“ ist eröffnet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Rostocker Koch-Gotha-Straße ziert seit Sonnabend eine Bronzeplastik des Bildhauers Wolfgang Friedrich

von
erstellt am 05.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Es geschieht in Rostock nicht mehr allzu oft, dass eine Privatperson ein Kunstwerk stiftet, von dem alle etwas haben. Karl-Jürgen Beel hat es trotzdem getan – weil er sich in vielerlei Hinsicht glücklich schätzt. In der Rostocker Koch-Gotha-Straße hat er ein Haus bauen können. „Und damit wohnen wir nun ganz in der Nähe unserer Kinder und Enkel“, sagt er. Mit den Nachbarn versteht er sich prächtig und viele von ihnen sind am Sonnabend dabei gewesen, als vor dem Haus der Familie Beel die Bronze „Häschenschule“ eingeweiht wurde. Ein ganz besonderes Geschenk an die Stadt, eine Erinnerung an den Illustrator Fritz Koch-Gotha und eine Überraschung für die drei Abc-Schützen, die an diesem Tag das erste Mal ihre Schule besuchten.

Geschaffen hat die Bronze der Rostocker Bildhauer Wolfgang Friedrich. Dabei hat er sich von den Zeichnungen des 1877 geborenen Koch-Gotha inspirieren lassen. „Heute kann man in der Kunst viel machen und natürlich kann man fragen: Warum das Genrehafte, das Traditionelle?“, erklärt Friedrich. „Aber die Beobachtungsgabe und das Freundliche dabei, wie sie bei Koch-Gotha zu finden sind, dürfen auch nicht verloren gehen.“ Für die Skulptur hat er verschiedene Elemente aus den 1924 veröffentlichten Illustrationen entnommen und in einem plastischen Bildraum zusammengefügt. Da steht der kleine Hase vor dem Lehrer an der Tafel, Tiergeschichte wird unterrichtet. Alle Hasenkinder sollen sich vor dem bösen Fuchs in Acht nehmen.

Fritz Koch-Gotha war ein Grafiker, Illustrator und Karikaturist. Sein bekanntestes Werk ist „Die Häschenschule“. Aber auch sozial-kritische Arbeiten prägten sein Schaffen. Nachdem sein Haus in Berlin im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, siedelte Koch-Gotha nach Althagen bei Ahrenshoop über. Er starb 1956 in Rostock. Die Hansestadt hatte bereits anlässlich der Feierlichkeiten zu seinem 70. Geburtstag eine Straße nach dem Künstler benannt. Und in dieser wird heute an ihn erinnert.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen