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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. Dezember 2017 | 11:05 Uhr

„Die Hälfte ist geschafft“

vom

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2011 | 06:01 Uhr

20 Jahre Städtebauförderung – was hat sich getan, was muss noch geschehen? Mit Volker Schlotmann, Minister für Verkehr, Bau und Landesentwicklung (SPD), sprach Angela Hoffmann.

Welches Projekt in 20 Jahren Städtebauförderung ist Ihnen persönlich besonders im Gedächtnis geblieben und warum?

Die Sanierung der Innenstädte hat mich am meisten beeindruckt. Herausragend für mich ist, dass sich die Wohn- und Lebensverhältnisse überall deutlich verbessert haben. Da ist für die Menschen etwas getan worden, die Nachfrage nach Wohnungen in den Zentren ist dementsprechend hoch. Die lebendigen und wunderschön hergerichteten Innenstädte machen die Städte wieder lebenswert, ganz egal ob in den großen Städten des Landes wie Rostock, Schwerin und Neubrandenburg oder in kleineren Städten wie Malchow oder Wittenburg. Daran haben viele mitgewirkt, auch viele Menschen vor Ort haben sich für „ihre“ Stadt engagiert. Mecklenburg-Vorpommern ist dadurch schöner und lebenswerter geworden. Deshalb gibt es nicht das eine Vorzeigevorhaben. Es ist eine tolle Gesamtleistung vieler.

Was hat die Städtebauförderung bereits bewirkt und was muss noch geschehen?

Wer mit offenen Augen durch den Schweriner Dreesch oder die Altstadt Wismars geht, für den sind die positiven Entwicklungen doch mit Händen greifbar. Das kann man ja auch konkret an Zahlen ablesen, wenn Stadtviertel von den Menschen wieder als Wohnorte angenommen werden. Da, wo es attraktive Wohn- und Lebensverhältnisse gibt, leben die Menschen gern, es ist schließlich ein Stück Heimat. Gleichzeitig haben wir den Verfall wichtiger Kultur und Geschichte verhindert. Das bewundern jedes Jahr viele Touristen. Wir haben aber bei der Stadtsanierung schätzungsweise erst die Hälfte der Arbeit geschafft, wir müssen also noch einiges anpacken.

Wie wirkt sich die aktuelle Streichung der Bundesmittel aus?

Je weniger Geld bereitsteht, desto weniger können wir investieren. Besonders hart trifft es die Projekte aus dem Programm „Soziale Stadt“, das um rund 70 Prozent gekürzt wurde. Sozial benachteiligte Stadtviertel brauchen einfach nach wie vor besondere Unterstützung. Kindergärten, Schulen und Sporthallen warten auf die Sanierung. Auch die Entwicklung der Innenstädte ist noch lange nicht am Ende. Und wir müssen weiter Wohnungen zurückbauen, damit der Leerstand nicht wieder steigt. Auch dieses Geld kommt aus der Städtebauförderung.

In der Vergangenheit gab es unterschiedliche Förderschwerpunkte. Welches ist der nächste?


Über neue Schwerpunkte können wir erst reden, wenn der Bund die Mittel wieder aufstockt. Im Moment sind wir schon froh, wenn wir die dringendsten Projekte umsetzen können.

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