Aida-Kapitäne proben den Ernstfall : Die Häfen der Welt auf einer Festplatte

Georg Scharnweber
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Georg Scharnweber

Starker Seegang, es stürmt, ein Ruder fällt aus. 2500 Passagiere sind an Bord. Was in so einem Ernstfall zu tun wäre, lernen die nautischen und technischen Offiziere der Aida Cruises jetzt an hochmodernen Simulatoren.

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06. September 2012, 11:23 Uhr

Stadtmitte | Starker Seegang, es stürmt, ein Ruder fällt aus. 2500 Passagiere sind an Bord. Was in so einem Ernstfall zu tun wäre, lernen die nautischen und technischen Offiziere der Aida Cruises jetzt an hochmodernen Simulatoren. Gestern ist an der Aida-Academy am Neuen Markt das Center for Simulator Maritime Training (CSMART) eröffnet worden. Schon Montag werden dort die ersten fünf Offiziere in einem fünftägigen Kurs das Training aufnehmen.

"Die Zeiten, in denen Sextant und Lot die wichtigsten Geräte der Kapitäne waren, sind vorbei", sagt Aida-Cruises-Präsident Michael Ungerer. Heute sind die Brücken der Kreuzfahrtgiganten hochkomplex. Das neue Kompetenzzentrum arbeitet daher nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus sicherheitssensiblen Branchen wie der Luftfahrt. So sollen die Aida-Offiziere optimal weitergebildet werden. "Jeder unserer Offiziere muss in der Lage sein, mögliche Notfallsituationen in kürzester Zeit zu erfassen und die richtigen Entscheidungen treffen zu können", sagt Ungerer.

Um das zu ermöglichen, hält das Zentrum seinen Höhepunkt bereit - einen Full-Mission-Bridge-Simulator, eine Nachbildung der Brücke der "Aidablu". Auf 220-Grad-Panoramabildschirmen können Manöver geprobt werden, bei unterschiedlichem Seegang, Wind, Strömung, Licht oder Niederschlag. Der Simulator zeigt Fahrgebiete aus aller Welt, Häfen wie Hamburg und Bangkok oder stark befahrene Gebiete wie die Straße von Dover. Kapitän Burkhard Müller ist der Direktor des Zentrums, leitet mit zunächst zwei nautischen Trainern die Aus- und Weiterbildung am CSMART. "Es ist eine einzigartige Möglichkeit, unsere Offiziere, die nautischen wie die technischen, zu schulen", sagt Müller. Hier werden Aida-Offiziere, aber auch Kapitäne und Studenten, alle möglichen Situationen proben an eben der Technik, die sie im täglichen Einsatz zu bedienen haben. Einmal in drei Jahren werden sie hier in Standardverfahren, Notverfahren und dem Arbeiten mit der elektronischen Seekarte aus- beziehungsweise weitergebildet. Das ist deutlich häufiger, als es internationale Konventionen für die Kreuzfahrt verlangen. Zwei bis drei Kursteilnehmer können gleichzeitig im Schnitt bis zu anderthalb Stunden, je nach Mission, im Simulationsraum üben. Neben der Vollbrücke gibt es aber auch Maschinenraumsimulationen und weitere Trainingsbereiche. Das Ausbildungs- und Trainingszentrum der Aida-Reederei hat seit Januar auf 1000 Quadratmetern Fläche seinen Sitz am Neuen Markt. In diesem Jahr werden hier rund 240 Seminare und Trainingsprogramme angeboten. Das CSMART ist das Herzstück des Zentrums und in Deutschland einzigartig.

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