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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 08:43 Uhr

Lichtenhagen-Dorf : Die Glocken läuten wieder

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kirchgemeinde weiht und installiert die letzte Neuanfertigung im Turm

„Seit Anfang Juli ist es hier sehr still. Wir freuen uns, dass die Glocken endlich wieder läuten“, sagt Anwohnerin Anngret Oschlies. Gestern trafen sich die Einwohner von Lichtenhagen-Dorf auf dem Kirchhof, um sich das Schauspiel der Installation anzusehen. Drei neu angefertigte Glocken wurden in den Kirchturm gezogen und sollen gemeinsam mit zwei Originalen das Dorf wieder zum Leben erwecken.

Unterstützung erhielt die Gemeinde vom Posaunenchor Warnemünde. Zuvor weihte Pastorin Anke Kieseler die nachgelieferte Sakramentsglocke bei einem Gottesdienst. Sie bedankte sich bei allen kreativen und ideenreichen Mitstreitern und Spendern, die das kostspielige Projekt erst möglich gemacht haben. „Vier von insgesamt fünf Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg entwendet. Eine wurde nach dem Krieg in Hamburg wieder entdeckt und an uns zurückgegeben“, erklärt Hans-Joachim Engel von der Kirchgemeinde die Aufrüstung im Glockenstuhl nach Originalvorgaben.

Eine Glockenschmiede in Karlsruhe fertigte neben der Sakramentsglocke auch die Gebets- und Festtagsglocke. Zwei wurden bereits bei der 750-Jahrfeier des Ortes geweiht und beim Umzug feierlich der Öffentlichkeit präsentiert. Jetzt ist das Fünfer-Ensemble wieder komplett und bietet für jede Gelegenheit den passenden Klang. Erstmalig sollen alle fünf Glocken am Erntedankfest ihren finalen Einsatz haben.

Rund 30 000 Euro konnte die Kirchgemeinde über die kommunale Gemeinde, Patronatsmittel und Fördergelder mobilisieren. Die Restsumme in Höhe von rund 45 000 Euro soll das Dorf aus der eigenen Tasche zahlen. Mit einem ehrenamtlichen Sommercafé im Pfarrhof wird den Anwohnern jetzt nicht nur das Leben versüßt, sondern ehrenamtliches Backwerk geliefert, um die Spendenkasse aus den Einnahmen für das neue Glockenspiel zu füllen.

Die Installation der Glocken übernahm die Firma Griwahn aus Grimmen, die sich auf Turmuhren und Läutanlagen spezialisiert hat. Zusätzlich erhielt die Kirche aus dem 13. Jahrhundert im Turm einen neuen Holz-Fußboden.

 

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