Verkehr : Die Geschichte von Anke und Tom

„Mein Fahrrad, meine Stadt und ich“  macht mit farbenfrohen Illustrationen Lust aufs Radfahren.
„Mein Fahrrad, meine Stadt und ich“ macht mit farbenfrohen Illustrationen Lust aufs Radfahren.

Der ADFC gibt ein Lesebuch für Kinder heraus. Das EU-geförderte Projekt soll Grundschüler für das Radfahren begeistern

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01. Juli 2014, 06:00 Uhr

Es sind Ferien und die achtjährige Anke langweilt sich. Das Wetter ist schlecht, draußen regnet es. Anke steigt auf den Dachboden und stöbert in alten Familien-Fotoalben. Da entdeckt sie ein Bild von ihrem Ururgroßvater. Er sitzt auf einem alten Fahrrad, eins das Anke so noch nie gesehen hat. Und ihre Neugierde ist geweckt.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hat im Auftrag der Hansestadt Rostock ein Kinderbuch zum Thema Radfahren geschrieben. Auf 80 Seiten werden nicht nur die Geschichte des Fahrrades erklärt, sondern auch die Vorteile des Radfahrens sowie wichtige Verkehrsregeln. Ummantelt werden die Erläuterungen von der Geschichte der Schülerin Anke und ihrem Freund Tom. Beide finden Gefallen am Fahrradfahren und stecken mit ihrer Euphorie sogar die eigenen Eltern an. „Die Idee zum Buch ist innerhalb des EU-Projektes abc multimodal entstanden“, erzählt Martin Elshoff vom ADFC. Bei dem Projekt geht es um die Radverkehrsförderung in Städten. Die Hansestadt Rostock kooperiert als Leitpartner mit der schwedischen Stadt Kalmar, der polnische Stadt Gdansk, dem ADFC Regionalverband Rostock und der polnischen Nichtregierungsorganisation Puma. Das Projekt läuft seit 2011 und endet in diesem Jahr. Die Förderung umfasst insgesamt 1,18 Millionen Euro. „Davon wurde auch das Kinderbuch finanziert“, so Elshoff. „Mein Fahrrad, meine Stadt und ich“ soll den Kindern, speziell Grundschülern, den Zugang zum Radfahren ermöglichen. „Wir wollen den Kindern zeigen, wie schön Radfahren sein kann“, sagt Elshoff. In einer Befragung erfuhren die Macher des Buches, dass 17 Prozent der Kinder zu faul sind, mit dem Rad zur Schule zu kommen. „Wir haben im Vorfeld der Buchproduktion Kinder über ihr Radfahrverhalten befragt. Wir wollten wissen, ob sie mit dem Rad zur Schule kommen oder was sie von einem Kinderbuch zum Thema Fahrrad erwarten“, erzählt Elshoff.

Für einige Buchpassagen hat der ADFC auch mit der Polizei zusammengearbeitet. Zum Beispiel bei dem Thema Verkehrssicherheit. Jährlich verletzen sich 26 Kinder bei einem Fahrradunfall im Straßenverkehr. Wer die Handzeichen und den Schulterblick beherrscht, bei der Fahrradschule im Verkehrsgarten gut aufpasst und sein Rad regelmäßig auf Fahrtüchtigkeit überprüft, verringert das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden. „Bis zum ihrem 10. Geburtstag dürfen Kinder auf den Gehwegen fahren. Bis dahin dürfen sie auch von ihren Eltern auf dem Gehweg begleitet werden“, erklärt Elshoff.

Das Lesebuch für junge Radfahrer geht auch auf die Fahrradsituation in Rostock ein – und zwar im Vergleich zu der in Kopenhagen. „Anke sieht einen Film über die gute Verkehrssituation für Radfahrer in Kopenhagen und fragt daraufhin beim ADFC nach, wie es in Rostock aussieht“, verrät Elshoff. „Dort gibt es an manchen Stellen noch Nachbesserungsbedarf“, fügt er hinzu.

Von „Mein Fahrrad, meine Stadt und ich“ werden 2200 Exemplare gedruckt. Alle Kinder, die an der Befragung im Vorfeld der Produktion teilgenommen haben, dürfen sich auf ein Buch freuen.

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