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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. Oktober 2017 | 00:07 Uhr

Die ersten Stimmen sind schon da

vom

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erstellt am 12.Sep.2013 | 12:08 Uhr

Rostock | Rund 170 000 Rostocker bestimmen am 22. September den neuen Bundestag mit. Etwa 10 000 von ihnen haben sogar schon gewählt - per Brief. "Diese Möglichkeit wird ganz stark nachgefragt", sagt Kreiswahlleiter Robert Stach. Weitere 10 000 Briefwähler haben sich ihren Stimmzettel bereits zuschicken lassen. "Wir hatten sogar Anfragen von Rostockern, die sich in Südamerika aufhalten", so Stach.

Geöffnet und öffentlich ausgezählt werden die Umschläge aber wie alle anderen erst am Wahlabend ab 18 Uhr. Dann schließen die Lokale, deren Einzugsbereiche nach der Neuordnung der Wahlkreise zum Teil neu zugeschnitten wurden. Der lokale Wahlkreis 14 umfasst nun noch mehr Teile des Landkreises. Hinzugekommen sind beispielsweise die Gemeinden Dummerstorf, Schwaan und Warnow-West, sodass die Zahl der Wahlberechtigten im ganzen Kreis auf etwa 224 000 gestiegen ist. "Mecklenburg-Vorpommern insgesamt hat durch die Neuordnung einen Bundestagsabgeordneten verloren", sagt Stach. Das Land schickt jetzt ohne Überhangmandate nur noch zwölf Vertreter nach Berlin. "Die Überhangmandate sind eine Wissenschaft für sich", sagt Stach. Sie entstehen, wenn die Bürger mehr Direktkandidaten einer Partei wählen, als ihr nach den Zweitstimmen zustehen würden.

1200 ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz

Wo sich ihr jeweiliges Wahllokal befindet, erfahren die Bürger auf der Benachrichtigung, die ihnen zugeschickt wird. Dort steht auch, ob das Lokal barrierefrei zu erreichen ist. Sollte dies nicht der Fall sein, empfiehlt Stach die Briefwahl. "Wer nicht wählen geht, verschenkt seine Stimme und wählt eigentlich die, die er nicht haben will", sagt er. Dass die Stimmabgabe überhaupt möglich ist, ist vor allem den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern zu verdanken. Dank des neuen Zuschnitts der Bezirke und der damit verbundenen geringeren Anzahl der Lokale werden statt 1700 nur noch 1200 von ihnen benötigt. "Die haben wir zusammen, dafür haben wir aber auch lange und viel geworben", sagt Stach. Häufig seien die Helfer Studenten oder "Wiederholungstäter", unter anderem aus dem öffentlichen Dienst. Im Schnitt ist jedes Rostocker Lokal mit siebeneinhalb Helfern besetzt, die sich allerdings untereinander abwechseln können. Es müssen aber immer mindestens fünf Helfer anwesend sein. Zur Stimmauszählung sind sie dann alle wieder vor Ort. Mit den ersten Ergebnissen rechnet Stach etwa gegen 19 Uhr. Sie werden zunächst zentral an die Landeswahlleitung in Schwerin geschickt, bevor sie von dort aus in den einzelnen Regionen bekannt gegeben werden. "Wir werfen im Rathaus eine Präsentation an die Wand und zeigen die Ergebnisse auch im Internet", sagt Stach.

Bis zum vorläufigen amtlichen Endergebnis könnten aber mehrere Stunden vergehen. Denn für dieses müssen wirklich alle Lokale ihre Ergebnisse durchgegeben haben. Sollte es in einem von ihnen Probleme mit der Auszählung geben, steht ein Extra-Team im Rathaus auf Abruf bereit, um unterstützend einzugreifen. "Das kann passieren, manchmal ist einfach der Wurm drin", sagt Stach. Zum Teil seien die Stimmzettel auch nicht eindeutig ausgefüllt. Dann muss in jedem Einzelfall entschieden werden, ob die Abgabe trotzdem gültig ist. Die endgültige Präsentation des amtlichen Wahlergebnisses folgt erst am Donnerstag, 26. September, um 16 Uhr im Rathaus. Dann wissen die Rostocker, welcher der zehn Direktkandidaten sie auf Bundesebene vertreten wird. Für ihre Zweitstimme haben sie zwölf Parteien zur Auswahl. Deren Zahl variiert von Bundesland zu Bundesland. "Bekanntestes Beispiel dafür ist die CSU, die nur in Bayern antritt", so Stach.

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