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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 03:10 Uhr

Modellbahn in Rostock : Die Eisenbahn im Blumenbeet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Klaus Gebhardt hat sich in seinem Garten eine eigene Miniaturwelt geschaffen und kämpft nun gegen Öko-Terroristen

Im Garten von Klaus Gebhardt herrscht reger Verkehr. Der ehemalige Diplom-Maschinenbauingenieur hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Seit einigen Jahren fahren Güterzüge und Eisenbahnen für den Personenverkehr im Miniaturformat durch die Gemüse- und Staudenkulturen. Die außergewöhnliche Kulisse hinter dem Gartenzaun fasziniert nicht nur die Nachbarn, sondern auch die vorbeigehenden Spaziergänger. Modelleisenbahner lieben eben das Detail. So dürfen sich die Zaungäste länger aufhalten, denn es gibt einiges zu entdecken. Ganze Ortschaften mit Wassertürmen, Tunneln, Lokschuppen und Kohlekran fügen sich in das Zwergenland ein.

Ursprünglich hat sein Vater die Leidenschaft für Modelleisenbahnen beim zehnjährigen Sohn Klaus geweckt. Erste Modelle der Spielzeugfabrik Piko zogen in das Kinderzimmer ein. Inspiriert wurde Gebhardt viele Jahre später bei einem Besuch des holländischen Miniaturenparks Madurodam bei Den Haag im Jahr 1991. Die Idee ließ ihn nicht mehr los und als ihm seine Familie zu Weihnachten zwei Loks der Baureihe Lehmann Gartenbahn schenkte, wurden die ersten Weichen der analogen Anlage gestellt. „Später bin ich dann auf die digitale Ausführung umgestiegen“, sagt der 78-Jährige und weiß heute den Funkverkehr zu schätzen.

Wichtig war ihm, dass er die Anlage jederzeit schnell demontieren kann. Für die Unterkonstruktion hat der Rentner Gipsunterlagen gegossen, die er ohne Befestigung für rund 70 Meter Gleise als Unterlage verwendete. Die kleinen Gebäude hat er teilweise selbst gebastelt und bemalt. Allerdings kämpft der Rentner täglich gegen die Öko-Terroristen in seinem Garten. Maulwürfe lassen Züge entgleisen, die Schnecken unterbrechen regelmäßig auf schleimige Art und Weise den Stromkontakt und die Ameisen bringen regelmäßig Sand ins Getriebe. Manche Amsel findet die Zinnfiguren unwiderstehlich und schleppt sie durch den Garten. „Viel Arbeit, aber damit kann man leben“, sagt Gebhardt und ärgert sich über die größte Zerstörung: Jugendliche randalierten vor einiger Zeit nachts in seinem Garten und zerstörten die Anlage. Die Nachbarn starteten daraufhin am nächsten Tag eine Hilfsaktion und sammelten die Einzelteile im Gebüsch wieder auf.

Die Kinder und Enkel sind inzwischen erwachsen und der Rentner möchte neue Wege gehen. Er kann sich durchaus vorstellen, die Anlage an einen Eisenbahn-Liebhaber zu veräußern. Den genauen Ort möchte er aus Vandalismus-Gründen nicht preis geben. Klaus Gebhardt ist auch für Besichtigungen der Anlage durch Interessengemeinschaften nach Terminabsprache erreichbar.


Kontakt: 0381/71 17 58

 

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