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Norddeutsche Neueste Nachrichten

13. Dezember 2017 | 12:21 Uhr

geschichte : Die Arche Noah liegt in Rostock

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Schwimmendes Bibelmuseum im Stadthafen erzählt Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Giraffen ragen ihre langen Hälse durch die Decks, Affen hangeln sich von Liane zu Liane und der Baum des Lebens schlägt seine Wurzeln . Auf der Arche Noah gibt es viel zu entdecken. Seit vergangenem Freitag liegt der Nachbau des sagenumwobenen Schiffes im Rostocker Stadthafen. An Bord: das größte schwimmende Bibelmuseum Europas. „Die Bibel ist Teil unserer Kultur. Ob man an die Geschichten, die im Alten und Neuen Testament erzählt werden, glaubt oder nicht, ist jedem selbst überlassen. Wir machen die Geschichten lediglich erfahrbar“, sagt Aad Peters, der die Arche Noah im Oktober 2010 gekauft und für rund 2,5 Millionen Euro umgebaut hat. Das 70 Meter lange, 13 Meter hohe und 10 Meter breite Schiff wurde 2007 gebaut und liegt auf einem Ponton.

Bevor Aad Peters seine Vorstellungen von einem Bibelmuseum verwirklichte, beherbergte der Arche-Noah-Nachbau eine Ausstellung mit Bibeltexten. „Ich finde es interessant, Dinge zu machen, die vorher noch nie jemand gemacht hat“, sagt Aad Peters über seine Entscheidung, das Schiff mit einer Ausstellung von lebensgroßen Figuren aus dem Alten und dem Neuen Testament auszustatten. Sieben Monate hat es gedauert, das Projekt zu realisieren. 50 renommierte Künstler halfen bei der Gestaltung, darunter allein 15 Bildhauer.

Die Exposition beginnt mit einer Darstellung von Adam und Eva unter dem Baum der Erkenntnis. Sie kosten von den süßen verbotenen Früchten und werden von Gott bestraft. Wie bestimmte Handlungen den Lauf der Dinge beeinflussen können, versucht Aad Peters in der Ausstellung zu erklären. „Ich bin selber nicht bibelfest“, gesteht er. „Aber Darwin gehört ja auch nicht nur zu den Darwinisten wie die Bibel nicht nur zur Kirche gehört.“

Ihm gehe es vor allem darum, über die eigene Kultur zu informieren und die Geschichte mit dem Kopf, aber auch mit dem Herzen und mit dem Gefühl erlebbar zu machen. „Bestimmte Passagen aus der Bibel bestimmen noch heute unser Leben. So sind die zehn Gebote, die Moses überreicht bekommen hat, Grundlage für das Rechtssystem. Das Recht verfolgt uns, ist der stille Begleiter im alltäglichen Leben.“ Aber nicht nur auf Moses und die zehn Gebote geht die Ausstellung ein. Die Geschichten, die erzählt werden, spiegeln Gut und Böse, Mut und Feigheit, Liebe, Hoffnung und Enttäuschungen wider. Es geht um Kain, der seinen Bruder Abel tötete, weil er neidisch auf ihn war, es geht um den Krieger Goliath, der Unheil und Vernichtung anrichtete. Und es geht natürlich auch um Noah, der seine Familie und auch allerhand Tiere vor der Sintflut rettete. „Ohne Noah wäre die Evolution gar nicht möglich gewesen. Darüber habe ich mich auch mit dem Rostocker Zoo-Direktor Udo Nagel unterhalten. Er soll die Ausstellung in dieser Woche offiziell eröffnen“, verrät Aad Peters.

Doch vorher werden weitere Besucher in das gigantische Holzschiff strömen, das sich bis voraussichtlich 17. Februar in die Museumslandschaft Rostocks eingliedert. Bereits am ersten Öffnungs-Sonnabend haben rund 400 Besucher die Exposition besucht. „Wir haben nicht gleich so viele Leute erwartet“, sagt Aad Peters. „Wir freuen uns über die Resonanz.“ Dabei war bis vor Kurzem noch gar nicht klar, ob die Arche Noah überhaupt in Rostock anlegen kann. „Im Winter ist das Reisen mit dem Schiff schwierig. 1,5 Meter Welle und Windstärke fünf sind die empfohlenen Bedingungen“, verrät Aad Peters. „Freitag war aber ein guter Tag, um übers Wasser zu laufen.“

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