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24. November 2017 | 19:54 Uhr

Die Angst vor dem Heimweg bleibt

vom

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2013 | 07:27 Uhr

Lichtenhagen | Die polnische Studentin Aneta Klukowska hat Angst, wenn sie den schmalen Schleichweg von der S-Bahn-Haltestelle Lütten Klein zum Studentenwohnheim in der Möllner Straße geht. Im vergangenen Jahr sind an dieser Stelle innerhalb weniger Tage zwei Studentinnen angegriffen worden. Und vom Täter fehlt nach wie vor jede Spur, wie Christian Bochow, Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock, mitteilt. Die Stadt reagiert jetzt auf die Vorfälle und setzt dabei auf Prävention. "Der Senator für Bau und Umwelt, Holger Matthäus, hat festgelegt, dass dort eine sichere und angemessene Wegeverbindung geschaffen werden soll", sagt Rathaussprecherin Kerstin Kanaa.

Aus Polizeisicht die richtige Reaktion

Der Trampelpfad soll nicht nur von dem umliegenden Gestrüpp befreit werden, das Angreifern viele mögliche Verstecke bietet, sondern auch eine Beleuchtung bekommen. Matthäus hat bereits einen Planungsentwurf in Auftrag gegeben, der bis Ende Mai vorliegen soll.

Aus Polizeisicht ist das die richtige Entscheidung. "Es ist sinnvoll, den vorhandenen Trampelpfad auszubauen", so die Sprecherin der Polizeiinspektion Rostock, Yvonne Hanske. Denn generell mache eine bessere Infrastruktur jede Gegend sicherer. Dabei sei vor allem die Beleuchtung ein Plus. "Es schreckt potenzielle Täter ab, wenn sie durch Zeugen beobachtet werden könnten", so Hanske. Doch da die Umbaumaßnahmen Rathaussprecherin Kanaa zufolge frühestens 2014 beginnen können, müssen sich die Studenten vorerst weiter in Acht nehmen.

Täterbeschreibung warnt junge Frauen

Mit einem Aushang an der Eingangstür zum Studentenwohnheim warnt die Polizei vor erneuten Übergriffen und veröffentlicht zudem die Täterbeschreibung. Im November des vergangenen Jahres wurde eine 27-jährige Chinesin auf ihrem Weg nach Hause ins Wohnheim von einem unbekannten Mann ins Gebüsch gezogen und begrapscht. Nur dank ihrer heftigen Gegenwehr konnte sie fliehen und die Polizei rufen. Wenige Tage zuvor wurde auch eine 19-jährige Japanerin an der gleichen Stelle Opfer eines Übergriffs. Sie wurde mit einer Eisenstange verletzt, konnte aber ebenfalls fliehen. Beide Frauen beschrieben den Täter übereinstimmend als schlank und etwa 25 Jahre alt. Er soll um die 1,70 Meter groß sein, blonde kurze Haare und blaue Augen haben sowie ein Piercing im linken Ohr tragen. Sein Gesicht wurde als schmal und markant beschrieben.

Für die angehende Juristin Aneta Klukowska ist klar: Sie wird den schlecht einsehbaren Weg nicht mehr allein gehen. Das lässt auch ihr Freund Thiago Schiffer nicht mehr zu. Beide finden den Plan der Stadt, den Weg auszubauen, zwar gut, sind sich aber einig, dass diese Maßnahme allein vor solchen Übergriffen nicht schützen kann. "Das Studentenwohnheim und auch die Fakultäten sind von der Stadt völlig abgeschnitten. Eine Busverbindung würde an dieser Stelle wirklich für Sicherheit sorgen", sagt Schiffer.

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