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Flüchtlingshilfe in Sanitz : Deutschunterricht einmal anders

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Schüler des Gymnasiums Sanitz unternehmen am Sozialen Tag Ausflug mit Flüchtlingskindern. Jeden Freitag Hausaufgabenhilfe.

svz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Seit über drei Jahren leben Bislan, Rustam, Ramsan, Milada, Elena sowie andere Flüchtlinge schon in der Unterkunft im Groß Lüsewitzer Moorweg. Gestern ging es für die 10- bis 13-Jährigen aus Tschetschenien, Armenien und Syrien nach Warnemünde – quasi für einen Deutschkurs unter Alltagsbedingungen. „Der Ausflug findet zum Sozialen Tag statt, an dem Schüler vom Sanitzer Gymnasium teilnehmen“, erklärt Barbara Kirchhainer, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagiert und die Fahrt organisiert hat.

Tatkräftige Unterstützung erhielt sie dabei von Annika Bauch, Lena Ronnecker, Laura Bürger und Tim Welsch aus der 10. Klasse. Die Schüler – insgesamt acht Freiwillige – kommen jeden Freitag für zwei Stunden nach Groß Lüsewitz, um den Flüchtlingskindern bei den Hausaufgaben zu helfen. „Dabei geht es vor allem um Mathe und Deutsch, das Hören und Verstehen“, erklärt Kirchhainer. Durch diese Hilfe haben sie es in diesem Schuljahr geschafft, dass alle Flüchtlingskinder versetzt werden – auch zwei versetzungsgefährdete, unterstreicht Barbara Kirchhainer. „Wir gehen zusammen die Hausaufgaben durch und machen mit den Kleineren Diktate. Das macht wirklich Spaß und ist nicht wirklich Arbeit“, sagt die 16-jährige Annika Bauch, die seit Februar bei den Hausaufgaben hilft.

Gemeinsamer Ausflug ins Ostseebad: Laura Bürger (vorne v. l.), Elena, Miladi mit Mutter Angela Kacatryan, Ramsan, Barbara Kirchhainer sowie Tim Welsch (hinten v. l.), Lena Ronnecker, Annika Bauch, Mahdi, Rustam, Bislan und Mohamad
Gemeinsamer Ausflug ins Ostseebad: Laura Bürger (vorne v. l.), Elena, Miladi mit Mutter Angela Kacatryan, Ramsan, Barbara Kirchhainer sowie Tim Welsch (hinten v. l.), Lena Ronnecker, Annika Bauch, Mahdi, Rustam, Bislan und Mohamad Foto: Antje Kindler
 

„Außerdem reden wir viel und üben die Aussprache“, fügt Annika hinzu. Für Lena Ronnecker (16) ist es vor allem das Wissen, zu helfen, das sie für die ehrenamtliche Arbeit motiviert. Und so war es für die beiden sowie Laura (16) und Tim (16) schnell klar, sich mit dieser Aktion am Sozialen Tag zu beteiligen, bei dem Schüler einen Tag arbeiten gehen und so Spenden für den guten Zweck sammeln. „Den Lohn, den sie eigentlich für ihre Arbeit bekommen würden, spenden sie vom eigenen Taschengeld“, betont Barbara Kirchhainer.

Gestern stand für die Gruppe, die zusätzlich von Miladas Mutter Angela und den beiden jungen Männern Mohamad (23) aus Damaskus und Mahdi (21) aus Homs begleitet wurde, aber vor allem der Spaß im Vordergrund. Gelöst vom Unterricht sollten sie einen Tag verbringen können mit Baden gehen und Eis essen. Und ganz nebenbei konnten sie so ihre Sprachkenntnisse beim Eiskauf oder anderen Gelegenheiten unter Beweis stellen. „Auch die Erwachsenen nehmen die Hilfe der Schüler gern in Anspruch“, weiß Kirchhainer. „Außerdem sind mit der Zeit auch Freundschaften entstanden“, sagt die 16-jährige Annika.

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