Der XXL-Funkturm kommt

<foto>Collage: Georg Scharnweber</foto>
Collage: Georg Scharnweber

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28. März 2013, 10:37 Uhr

Rostock | Der Weg für das bald mit Abstand höchste Rostocker Bauwerk ist frei: Am Dienstag hat auch der Bauausschuss einem 250 Meter hohen Sendemast für Hörfunk- und Fernsehdienste zugestimmt. Er ist mehr als doppelt so hoch wie die Petrikirche. Die Deutsche Funkturm GmbH Berlin (DFMG) will den Mast bis 2014 auf einem Feld zwischen Krummendorf und Toitenwinkel errichten, um den Empfang zu verbessern.

Die vielfältigen Bedenken der Anwohner konnten die Betreiber im Vorfeld weitestgehend ausräumen. So hatte der Ortsbeirat Gehlsdorf im Gegenzug für seine Zustimmung zur Bedingung gemacht, dass der Turm ausschließlich für zivile Zwecke genutzt wird und dass er weder für die nebenan gelegene Straße noch für die Menschen eine Gefahr darstellt. Letzteres soll ein Gutachten zu den Auswirkungen elektromagnetischer Felder belegen. Demnach sei nur der Aufenthalt in unmittelbarer Nähe des Mastes gesundheitsgefährdend.

"Da nehmen wir die Betreiber beim Wort", sagt Ortsbeiratschef Kurt Massenthe (Für Rostock). Aus seiner Sicht überwiege trotz aller Risiken das Wohl der Allgemeinheit. Auch der Ortsbeirat Toitenwinkel hatte das Projekt durchgewunken. Zudem sei der Stahlgittermast mit nur zwei Metern Durchmesser relativ schmal, sodass er trotz seiner Höhe kaum als störend empfunden werde, so die Betreiber bei der Vorstellung im Ortsbeirat.

Der Mast soll in 400 Metern Abstand zu den Häusern von Krummendorf errichtet werden. Um ihm mehr Stabilität zu verleihen, wird er an drei Seiten mit Stahlseilen abgesichert, die bis zu 100 Meter entfernt in der Erde verankert werden. Der anrechenbare Bauwert des Projekts liegt bei 2,6 Millionen Euro. In ihnen sind auch ein Betriebsgebäude und vier Parkplätze für das Wartungspersonal berücksichtigt.

Ausschlaggebend für die Standortwahl sei die Anbindung an eine vorhandene Straße und Stromleitung gewesen, so die Deutsche Funkturm GmbH. Welche Radio- und Fernsehsender den Mast letztlich nutzen werden, will das 2002 gegründete Tochterunternehmen der Telekom noch nicht preisgeben. "Da das Genehmigungsverfahren mit der Stadt Rostock noch nicht abgeschlossen ist, können wir heute noch keine detaillierten Angaben machen", sagt Katja Werz von der Telekom. Klar sei aber, dass der Mast mit den Anlagen für die VHF-, UHF- und UKW-Frequenzen zur Verbesserung des digitalen Radio- und Fernsehprogrammes noch nicht voll ausgelastet sei.

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