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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. November 2017 | 22:32 Uhr

Umwelt : Der Wald leidet noch immer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Verwüstungen des Orkans „Xaver“ im Dezember 2013 wirken nach. Vandalen beschäftigen Förster.

Quadfahrer, Wildcamper und illegale Lagerfeuer – Rostocks Stadtförster rüsten sich für die anstehende Sommersaison. „Wir fungieren hier mittlerweile als Naturschutzbehörde“, sagt Forstamtsleiter Jörg Harmuth. Aufgrund dieser Dauerbeschäftigung bleibe für die wichtigen Aufgaben der 22 Mitarbeiter in der Rostocker Heide wenig Zeit.

Dabei haben sie viel zu tun, wie bei der traditionellen Waldbereisung von Stadtförstern, Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne), Vertretern von Naturschutzvereinigungen und Bürgerschaft am Donnerstag deutlich wurde. Bei dieser Gelegenheit stellten die Waldhüter auch den Forstbericht 2014 vor. Demnach war das vergangene Jahr von den schweren Verwüstungen des Orkans „Xaver“ im Dezember 2013 geprägt. Durch den enormen Holzabschlag von 41 500 Festmetern und den Holzverkauf konnten zwar die Kassen gefüllt werden, aber die Mitarbeiter mussten dafür auch das Dreifache im täglichen Arbeitseinsatz leisten.

„Es hat leider viele junge Bäume getroffen, die eigentlich auf längere Sicht den Holzumsatz  bringen sollten“, bedauert  der Forstamtsleiter. Diese sollten durch ihre natürliche Aussaat den Bestand um das Zehnfache bereichern. Langfristig soll der Holzumschlag nun wieder verringert werden. Nach den Holzarbeiten wurden rund 3500 laufende Meter der Waldwege saniert und zusätzlich 70 000 von Unternehmern instandgesetzt.

Die eingerichtete Hundeauslaufzone hat sich laut Forstbericht inzwischen zum Publikumsmagneten entwickelt. Des Weiteren hatten die Revierpächter mit dem Schwarzwildbestand in Markgrafenheide zu kämpfen, da die Wildschweine innerhalb der Privatgrundstücke  enorme Schäden verursacht haben. Die Tiere wurden vorher eingefangen und mit Sendern ausgestattet, denn nicht jedes Wildschwein verlässt freiwillig den Wald, um seine Nahrung in den Wohngebieten zu suchen. Nach der Auswertung wurden insgesamt 50 Übeltäter erlegt.

 Darüber hinaus wurden die natürliche Küstendynamik und die   Entwicklung  des Hütelmoors zum Gesprächsthema der anwesenden Naturschützer. „Das ganz Besondere an diesem Gebiet ist sein außergewöhnlicher Artenreichtum, da hier mehrere Lebensräume aufeinander treffen“, sagt Joachim Schmidt. Er betreut seit Jahren ehrenamtlich das Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet. An insgesamt vier Stellen werden von Wissenschaftlern der Universitäten Potsdam und Rostock Forschungen betrieben. Auch im vergangenen Jahr stellten sie dabei fest, dass lediglich eine Sturmflut die Süßwasserbestände der Umgebung gefährden könnte.

Im Bereich des Köhlerhofes ist eine Bushaltestelle im Gespräch, damit  Urlauber, Spaziergänger und Radler die Umgebung auch ohne Auto besser erreichen. 

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