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23. November 2017 | 03:10 Uhr

Der Tod wird für Rostock teurer

vom

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2013 | 09:37 Uhr

Rostock | Die Hansestadt Rostock gibt immer mehr Geld für Bestattungen aus. Schuld daran sind gestiegene Friedhofsgebühren und die immer größere Zahl von Sterbefällen, in denen das Stadtamt als Ordnungsbehörde die Beerdigung übernehmen muss. "Die Anzahl hat sich in der Zeit von 1994 bis 2012 verdoppelt", sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze.

Steigende Altersarmut sorgt für höhere Ausgaben

Im vergangenen Jahr kamen dadurch Ausgaben von fast 145 000 Euro für die Kommune zusammen. "Es ist weiter mit einer steigenden Tendenz zu rechnen", so Kunze. Als Grund hierfür führt er unter anderem die gestiegene Altersarmut an. Die Kommune springt in allen Fällen ein, wenn ein Verstorbener keine Angehörigen mehr hat, sie nicht zu ermitteln oder zu finden sind - oder die Angehörigen ihrer Pflicht nicht nachkommen. Dazu ist die Stadt gesetzlich verpflichtet.

Zunächst einmal kümmert sich das Stadtamt um alle Formalitäten, um die Bestattung einzuleiten. In der Regel handelt es sich dabei um Urnenbeisetzungen auf einem speziellen Bestattungsfeld auf dem Neuen Friedhof. Drei Urnenfelder sind dafür reserviert. von denen zwei bereits komplett belegt sind. Ein drittes ist im März 2012 in Betrieb genommen worden.

Die durchschnittlichen Kosten pro einzelnem Sterbefall liegen nach der derzeit gültigen Friedhofsgebührensatzung etwa bei 900 Euro. Damit sind Einäscherung, Beisetzung und Formalitäten abgedeckt. Hinzu kommen die Bestatterkosten. Die Behörde bleibt aber nicht zwangsläufig auf allen Ausgaben sitzen. "Teilweise kann die Rückerstattung aus dem Nachlass des Verstorbenen erfolgen", erklärt Kunze.

Zum Teil Rückerstattungen über das Sozialamt

Zum Teil ist auch eine Rückerstattung über das Amt für Jugend und Soziales möglich. Wenn bestattungspflichtige Angehörige einen Antrag beim Sozialamt gestellt haben und von dort beschieden wird, dass sie finanziell nicht in der Lage sind, die Kosten für die Beerdigung zu übernehmen, sei auch eine Rückforderung auf diesem Weg üblich. Bei etwa 25 Prozent der Sterbefälle, in denen die Ordnungsbehörde eine Bestattung in Auftrag gibt, bleibt das Stadtamt allerdings auf den Kosten sitzen.

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