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Norddeutsche Neueste Nachrichten

14. Dezember 2017 | 09:19 Uhr

Auszeichnung : Der Strohhalm setzt auf guten Ausdruck

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Erste Rostocker Straßenzeitung wird vom Verein Deutsche Sprache als Sprachvorbild 2014 ausgezeichnet.

von
erstellt am 13.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Rüdiger Fuchs und Sven Pagel sind Sprachvorbilder – das bestätigt ihnen jetzt der Verein der Deutschen Sprache (VDS). Dieser hat die beiden Redakteure der Rostocker Straßenzeitung Strohhalm gestern mit dem Sprachpreis ausgezeichnet. „Das ist eine große Anerkennung unserer Arbeit“, betont Rüdiger Fuchs, der seit Januar den Chefposten beim Strohhalm innehat.

Die Straßenzeitung wird unter dem Dach des Wohltat-Vereins herausgegeben und feiert im nächsten Jahr ihren 20. Geburtstag. Am 1. Dezember 1995 erschien die erste Ausgabe des Blattes. „Wir haben das Projekt ins Leben gerufen, nachdem ich mir Anfang der 90er-Jahre verschiedene Straßenzeitungen in ganz Deutschland ansah. Wir hatten zu dieser Zeit viele Kräfte, die in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen waren. Für diese war der Verkauf der Zeitung ein neues Arbeitsangebot“, erinnert sich Wohltat-Geschäftsführerin Babette Limp-Schelling. „Damals habe ich mir gewünscht, dass das Projekt irgendwann wieder abgeschafft werden kann. Heute weiß ich es besser. Man braucht diese Projekte“, ergänzt sie. Denn der Verkauf des Strohhalms wird von hilfebedürftigen Menschen, häufig von Obdachlosen, übernommen. „Indem wir ihnen eine Beschäftigungsmöglichkeit geben, schaffen wir Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Rüdiger Fuchs.

Finanziert wird das Projekt aus dem Fördermitteltopf der Stadt und des Landes, aber auch durch Spenden großer lokaler Unternehmen. „Der Verein muss eine Eigenleistung von 40 Prozent aufbringen. Dazu benötigen wir die Einnahmen aus dem Straßenverkauf, aber auch die Spenden“, so Limp-Schelling. Die Hälfte des Verkaufspreises des Strohhalms geht an die Verkäufer.

Der Strohhalm hat eine Auflage von 4500 Exemplaren und erscheint einmal im Monat. Verkauft wird die Straßenzeitung in allen Stadtteilen Rostocks sowie in Bad Doberan. „Ursprünglich wurden Straßenzeitungen von Obdachlosen gemacht. Doch in den vergangenen zehn Jahren haben die Redaktionen einen Sprung nach vorn gemacht. Man hat angefangen, auf Qualität zu setzen. Nur so wird eine Zeitung auch gelesen“, erklärt Limp-Schelling. „Ich möchte eine gute, lesbare Zeitung, die auch vom sozialen Engagement der Verantwortlichen profitiert“, fügt sie hinzu.

Und genau das werde von Rüdiger Fuchs und Sven Pagel umgesetzt. „Wir versuchen immer, möglichst aktuell zu sein, Vielfalt zu bieten, auf unseren Ausdruck zu achten, Fehler zu vermeiden und in gutem, verständlichem Deutsch zu schreiben“, sagt Fuchs. Dass die Zeitung diesen Ansprüchen in den vergangenen 19 Jahren gerecht wurde, beweist die Urkunde des VDS nun einmal mehr.

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