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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Oktober 2017 | 22:15 Uhr

Der Polit-Kampf: SPD und FDP im Boxring

vom

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2012 | 09:38 Uhr

Rostock | Frauen und Boxen - das geht maximal, wenn es ums Zuschauen geht. Wer das denkt, wird spätestens bei der Benefiz-Fight-Night am 15. Dezember in der Ospa-Arena eines Besseren belehrt. Dort treten auch zwei junge Frauen gegeneinander an.

Katharina Wilke hat sich genau deswegen angemeldet. Im vergangenen Jahr ist Stefan Gillwald von den Jusos angetreten. Katharina ist ebenfalls Mitglied der SPD-Jugendorganisation, die sich auch als feministisch versteht. Die 23-jährige Studentin hat so kurzerhand entschieden, die Frauenquote im Ring zu erhöhen. Dass ihre Gegnerin von den Jungen Liberalen kommt, findet sie umso spannender. "Mein Vater sagt immer: ,Du musst zum Training gehen, Du willst doch nicht die FDP gewinnen lassen’." Mit Boxen ist Katharina zuvor noch nie in Berührung gekommen. Jetzt trainiert sie zweimal die Woche im Allround Sport Gym mit ihren männlichen Teamkollegen aus der roten Ecke. "In den anderthalb Stunden, in denen man trainiert, wird man an seine Grenzen gebracht - man kriegt eigentlich immer ein Lob und fühlt sich gut." Aber die Studentin hat auch noch ein Defizit: "Ich habe Probleme zuzuschlagen", sagt sie. Gezieltes Sparring soll ihr die Hemmungen nehmen und sie zur Gefahr machen.

Evil Yve nennen sie ihre Freunde jetzt schon scherzhaft: Yvonne Düwel aus der blauen Ecke ist die Gegnerin von Katharina Wilke. Die 20-Jährige geht für die Julis, die Jugendorganisation der FDP, in den Ring. Eigentlich hatte Yvonne, als die Anfrage von Veranstalter Christian Bürki kam, nur scherzhaft Interesse bekundet. Ihre Partei-Freunde nahmen das aber ernst. Und Yvonne fand Gefallen an der Herausforderung, „will einfach mal was Neues ausprobieren“. Jetzt trainiert sie fleißig – zweimal die Woche versucht sie es ins Sport Gym in Schmarl zu schaffen. Da wird sie richtig gefordert. Die Trainer würden sie ordentlich triezen, aber das gehöre dazu. Außerdem werde schon Rücksicht auf das Mädchen unter den Benefiz-Boxern genommen.

Die Chemie-Studentin will für den großen Tag zu einer Kämpferin werden. „Mein Freund Christian findet das Ganze nur lustig“, sagt sie. Wenn sie sich nicht gut anstellt, werde er die Seiten wechseln, habe er gesagt. Denn mit ihrer Gegnerin studiert er Biologie, könnte also auch die andere Seite anfeuern. „Aber eigentlich hat er Angst, dass ich was auf die Nase bekomme.“ Das Ergebnis der Entscheidung bleibt abzuwarten. Der 15. Dezember wird zeigen, welche der jungen Frauen mehr Schlagkraft hat.Nicole Pätzold

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