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11. Dezember 2017 | 16:26 Uhr

Der perfekte Jazz-Abend

vom

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2012 | 06:07 Uhr

Warnemünde | Es ist fast überflüssig, zu erwähnen, dass der Jazz-Band-Ball 2012 ein Erfolg war. Denn so wie diese Veranstaltung seit dem Jahr 2000 als feste Größe in den Terminkalendern der Freunde guter Tanzmusik und gehobener Unterhaltung fest verankert ist, so qualitätsvoll und gut gelaunt präsentiert sich der Ball des Jazzclubs Rostock immer wieder aufs Neue. Ein Selbstläufer ist eine Veranstaltung dieses Formats gleichwohl nicht, und am Ende steht und fällt alles mit dem Publikum. Mehr als 300 Gäste nahmen an der 12. Ausgabe des Jazz-Band-Balls am Sonnabend im Warnemünder Hotel Neptun teil und legten eine erfreuliche Feierlaune an den Tag.

Die kam nicht von ungefähr: Denn ebenfalls nach guter Tradition bestritt die Pasternack-Bigband den Hauptteil des Abends, die virtuos zwischen Jazz, Swing und Pop pendelte und binnen kürzester Zeit die Paare animierten, die Tanzfläche zu füllen, und zwar restlos. Wer Bandleader Andreas Pasternack noch immer hauptsächlich als Saxofonist im Hinterkopf hat, dem sei gesagt, dass der Rostocker Musiker mittlerweile mehr mit sinatraesker Stimme singt als sein furioses Instrument zu bedienen - obgleich auch dieses mehrfach zum Einsatz kam. Ansteckend waren wieder einmal die Freude und die Energie, mit der Pasternack auf der Bühne agiert und seine große Band mit ihren saftigen Bläsersätzen und den kräftigen Rhythmen zu einem kraftvollen Ganzen werden lässt. So gab es einen beschwingten Ritt durch die Musikgeschichte mit Klassikern wie Louis Armstrongs "Fly Me to the Moon" oder den durch Ray Charles berühmt gewordenen Song "Hit the Road Jack" hin zu verjazzten Pop-Perlen wie "Rehab" und "Valerie" von Amy Winehouse oder gar Lenas "Satellite", das im Bigband-Gewand groovige Qualitäten bekam.

Pasternack bestritt den gesanglichen Part nicht allein, sondern holte sich immer wieder Gäste auf die Bühne, zum Beispiel Ariane Jacobi mit ihrer samtenen tiefen Stimme. Oder Überraschungsgäste wie Tri-Hotel-Chef Benjamin Weiß, der in Tom-Jones-Manier den Prince-Klassiker "Kiss" intonierte. Stargast und zweifellos Höhepunkt des Abends war Bridget Fogle, eine Amerikanerin, die als Musical-Star und Aretha-Franklin-Darstellerin in Hamburg lebt. Eine kleine Frau mit gewaltiger Stimme, die sogleich den direkten Draht zum Publikum fand. "Ihr tanzt ja gar nicht mehr", rief sie den Gästen zu, die gebannt den Auftritt verfolgten. Schließlich sei dies kein Konzert, sondern eine Party.

Dass der Jazz-Band-Ball auch 2012 tatsächlich eine Party war, ist wiederum dem Organisator Andreas Martens und seinen Mitstreitern vom Jazzclub Rostock zu verdanken. Was sie in regelmäßigen Konzerten das ganze Jahr über praktizieren - nämlich guten Jazz publik zu machen und ein wachsendes Publikum für die Facetten dieser Musik zu begeistern - das kulminiert im Ball im Neptun. So ist der Jazz-Band-Ball längst ein perfekter Jazz-Abend mit Musik und edler kulinarischer Ausstattung geworden, bei dem man gut daran tut, sich rechtzeitig Karten zu besorgen. 2013 wird das nächste Kapitel der Erfolgsgeschichte geschrieben.Die nächsten Konzerte des Jazzclubs Rostock: 26. Oktober, Nicole Johänntgen Quartett; 30. Oktober, Jazz-Jam-Session mit Rostocker Musikern; 9. November Ben Kraef und Rainer Böhm Quartett - jeweils 20.30 Uhr im Carlo 615 im Stadthafen

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