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Debatte um den Rostocker Platz : Der Neue Markt muss warten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Fraktionen wollen Entscheidung zur Planung vertagen. Die Arbeitsgruppe diskutiert übder die Antragsflut. Sorgen um Kirche und Gastronomie.

von
erstellt am 06.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Zur geplanten Bebauung des Neuen Marktes ist eine Flut von Anträgen bei der Bürgerschaft eingegangen. Die Grünen wollen das neben der Kirche geplante Gebäude verrücken, die SPD den Bürgern dessen Fassade auf einem Riesenbanner zeigen und die Linken per Volksentscheid klären, ob es überhaupt entsteht. Resultat des Durcheinanders: Das Thema soll von der heutigen Tagesordnung der Bürgerschaft fliegen, Vertreter der sechs Fraktionen dafür am Montag beraten. „Das ist besser als beim großen öffentlichen Schlagabtausch in der Bürgerschaft“, sagt Grünen-Chef Uwe Flachsmeyer.

Die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS) hat für die Stadt die Grobplanung gemacht: Drei Baufelder sind für Verwaltung, öffentliche Einrichtungen, Einzelhandel und Wohnen vorgesehen. Ein üppiges Quartierblatt regelt Gebäudepositionen, Tiefgaragen oder auch die Gestaltung. Für viele Politiker hapert es bei wesentlichen Aspekten. „Bei den Tiefgaragen bin ich hochskeptisch“, sagt SPD-Chef Steffen Wandschneider. Wie die Grünen lehnt er drei Etagen unter dem künftigen Nachbarhaus der Marienkirche ab, um deren Statik nicht zu gefährden. Die Grünen wollen sogar das Gebäude „ein Stück weiter nach hinten und von der Marienkirche wegrücken“, sagt Flachsmeyer, auch um Sichtachsen und die Außenbestuhlung des gastronomisch geprägten Platzes, speziell des Alex’, zu erhalten. Dem entgegen steht Rostocks neue Denkmalbereichsverordnung, derzufolge historische Grundstücksgrenzen eingehalten werden müssen. „Das sind dann die Totschlagargumente, aber sowas lässt sich ja auch wieder ändern“, sagt Flachsmeyer. Auch für das SPD-Fassaden-Banner müssten die Regeln gedehnt werden. Es kann erst hängen und diskutiert werden, wenn ein Entwurf vorliegt – formal zu spät. Trotzdem hält Wandschneider am Vorhaben fest: „Wir bauen im Wohnzimmer der Stadt.“

„Uns sind drei Dinge am wichtigsten“, sagt Sibylle Bachmann (Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09), „dass man einen B-Plan drüber legt, ein Bodengutachten macht und den Gestaltungsbeirat einbindet.“ Ob es einen Volksentscheid gibt, will Linken-Chefin Eva-Maria Kröger heute abstimmen. Es sei eine Grundsatzfrage. Für Montag sehe sie „noch viel Diskussionsbedarf“. CDU-Chef Berthold Majerus findet viele Anträge selbstverständlich – so, dass Garagen nur entstehen, wenn die Kirche nicht gefährdet wird. Noch unaufgeregter: die UFR. „Wir haben das Gefühl, dass der Prozess gut verläuft“, sagt Malte Philipp. Es sei „ein Randthema, solange aus zwei Ecken drei verschiedene Meinungen kommen“. Zeit sich Sorgen zu machen wäre, wenn Bürger auf die Straße gehen.

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