Der Neue ist schon angekommen

<strong>Kantor Sven Werner</strong> freut sich auf die Arbeit im Seebad. <foto>Georg Scharnweber</foto>
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Kantor Sven Werner freut sich auf die Arbeit im Seebad. Georg Scharnweber

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07. Januar 2013, 10:21 Uhr

Warnemünde | Sein erstes Konzert hat er bereits am gestrigen Epiphanias-Tag dirigiert. Sven Werner hat ein gutes Gefühl, was seine neue Stelle im Ostseebad anbelangt. "Es ist so, dass die Tür schon auf ist und ich nur hereingehen muss", sagt der neue Kantor der evangelischen Kirchgemeinde. Der 40-Jährige freut sich auf die Arbeit mit den Chören. "Ich habe nach den ersten Proben einen sehr guten Eindruck von den Gruppen", sagt er. Das liegt auch daran, weil seine Vorgängerin Christiane Werbs viel Arbeit und Herzblut in diesen Bereich investiert hat. "Das ist mir ein wichtiges Anliegen, dass dieser Akzent Chorarbeit so weitergeführt wird, das ist auch ein Steckenpferd von mir", kündigt der neue Kantor an. Zu seinen Vorhaben gehört es weiterhin, im Frühjahr wieder eine neue Eltern-Kind-Gruppe ins Leben zu rufen, um die Jüngsten frühzeitig ans Singen heranzuführen. Als größeres Projekt plant er einen Buxtehude-Zyklus.

Der Thüringer ist froh, dass ihm die Menschen im Ostseebad mit großer Offenheit begegnen. "Sie sind interessiert, was kommt, und bedienen in meinen Augen nicht das Klischee vom verschlossenen Mecklenburger", sagt er. Das ermöglicht ihm, seine Aufgaben mit großem gedanklichen Freiraum anzugehen. Zu den Konstanten, die Werner fortführen will, gehören die Kirchenkonzerte. "Allerdings finden sie künftig am Sonnabend und nicht mehr am Freitag statt", kündigt er an. In der Saison plant er dieses Angebot wöchentlich.

Auch mit seiner Vorgängerin Christiane Werbs soll es ein gutes Miteinander geben. Sie darf den Schlüssel für die Orgel behalten. "Wir Kirchenmusiker sind mit dem Instrument sehr verbunden und wenn man da nicht mehr hin könnte, wäre das, als ob uns etwas abgeschnitten würde", sagt er. "Für Kirchenmusiker ist das Orgelspiel Beruf und Hobby gleichermaßen", erklärt er. Auch Vertretungen sind denkbar. So ein guter Umgang mit den Mitarbeitern und der Vorgängerin war ihm ein wichtiges Anliegen bei seiner Bewerbung. 14 Jahre hat Werner in Eisenberg als Kantor gearbeitet. "Und wenn sich eine Stelle bietet, die von der Vielfalt einen so großen Reiz ausstrahlt wie diese in Warnemünde, erleichtert es den Schritt, das Gewohnte zu verlassen", sagt er. 14 Jahre seien zeitlich gesehen ein guter Abschnitt gewesen. Beständigkeit ist dem Kirchenmusiker wichtig. Auch in Eisenberg wurde ein Nachfolger gefunden und die Chöre haben versprochen, weiter zu singen. "Das ist das größte Geschenk für einen Kantor", weiß Werner, der an diesem Sonntag im Gottesdienst um 10 Uhr in sein Amt eingeführt wird.

Für ihn und seine Frau Claudia kommt nur Thüringen oder der Norden als Lebensmittelpunkt in Frage. Beim Gedanken an den Norden hat sich das Paar gewünscht, an einem Ort zu leben, von dem sie mit ihrer Tochter Greta (2) zu Fuß ans Meer gelangen können. "Das ist hier möglich", sagt Werner. Landschaftlich ist das Ostseebad ein Kontrast zum bergigen Thüringen. "Die Weite des Horizonts bringt eine ganz andere Inspiration", sagt er.

Es gibt bei dem Kantor-Wechsel auch einen Fakt mit Symbolkraft: Die Orgel haben beide im Blick. Der neue Kantor Werner schaut vom Kirchenplatz auf das Gotteshaus, Christiane Werbs von der Alexandrinenstraße.

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