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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. Oktober 2017 | 10:30 Uhr

Warnow-Tour Spezial : Der letzte Mann im Feld

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kofahl-Busfahrer Wolfgang Bannert sorgt dafür, dass bei der Rundfahrt wirklich jeder ins Ziel kommt

von
erstellt am 16.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Wenn sich am 27. April wieder hunderte Rostocker auf ihre Fahrräder schwingen, um bei der Warnow-Tour mitzuradeln, ist eine Sache ganz sicher – Wolfgang Bannert wird das Feld von hinten aufräumen. Denn er ist es, der die Pechvögel, Erschöpften und Verletzten mit dem Besenwagen einsammelt.

Seit der allerersten Warnow-Tour unterstützt Kofahl-Reisen aus Elmenhorst die Warnow-Tour und sorgt dafür, dass wirklich jeder ans Ziel kommt. „Wir fingen damals an, Rad-Touren in unser Reise-Programm aufzunehmen. Da war die Warnow-Tour ideal, um zu testen, welche Bedürfnisse die Fahrradfahrer haben“, sagt Kofahl-Geschäftsführer Wilhelm Schultz. Mittlerweile ist es zur Tradition geworden, dass Kofahl dabei ist. Wichtig sei es, flexibel zu sein und sich der Gruppe anzupassen. Wenn ein Bus in der Nähe ist, fühlen sich die Radfahrer sicher und trauen sich auch mal, eine längere Tour auszuprobieren. Um nicht nur die Radfahrer sicher nach Hause zu bekommen, sondern auch ihre Zweiräder, setzt Kofahl-Reisen auf einen Anhänger.

Busfahrer Bannert, der Radsport-Fans sonst über viele Kilometer durch ganz Deutschland und manchmal sogar bis nach Österreich begleitet, ist in diesem Jahr das vierte Mal bei der Warnow-Tour dabei und steuert den Bus sicher von der Hanse Messe, durch den Warnowtunnel und über den Rostocker Zoo zurück zum Messe-Gelände. Manchmal muss er die Touren-Teilnehmer auch motivieren. Denn für einige ist es scheinbar zu verlockend, einfach vom Drahtesel abzusteigen und stattdessen auf einem der bequemen Bussitze Platz zu nehmen. „Bei der Warnow-Tour nach Graal-Müritz wollten zwei Frauen wegen des Regens nicht mehr in die Pedale treten“, erzählt Bannert. Doch das ließ er nicht gelten. Ein paar Regentropfen seien schließlich nichts, wovon sich die Radler beeindrucken lassen sollten. „Ich habe den Frauen gesagt, dass ich sie nur mitnehmen kann, wenn sie eine Panne haben“, sagt der Bus-Fahrer lachend. Die Frauen fuhren also um die Ecke, ließen die Luft aus den Reifen und kamen mit Panne zu Bannert. Schließlich bekamen sie doch noch, was sie wollten – einen warmen Platz im Bus. So listig sei bislang allerdings noch kaum jemand gewesen. Denn normalerweise seien die Teilnehmer der Warnow-Tour sehr ehrgeizig – manchmal auch überehrgeizig.

Bannert erinnert sich noch gut an ein kleines Mädchen, dessen Mutter einen Platten hatte, sodass beide auf den Bus umsteigen mussten. „Die Kleine hat die ganze Zeit geweint, weil sie so gern mitfahren wollte“, so Bannert. Nach einer Flick-Pause konnte das Mutter-Tochter-Gespann auf der Rücktour aber wieder umsatteln. So viel Glück hat nicht jeder. „Ich hatte auch mal einen Jungen im Bus sitzen, dessen Fahrrad nach einem Sturz so schlimm demoliert war, dass gar nichts mehr ging“, sagt Bannert. Er habe großes Mitleid mit dem Jungen gehabt, der überall Schrammen hatte und doch so tapfer blieb. Solche Unfälle sind auf der Warnow-Tour jedoch die absolute Ausnahme. Die 36 Plätze im Bus sind all die Jahre nicht voll geworden. Dabei verspricht eine Busfahrt mit dem humorvollen Bannert richtig lustig zu werden.

 

 

 

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