Tierschutz : Der Katzenjammer ist groß

Gerald Bradatsch sucht dringend einen Platz für die Katzen aus der Kleingartenanlage und hofft auf die Unterstützung.
Gerald Bradatsch sucht dringend einen Platz für die Katzen aus der Kleingartenanlage und hofft auf die Unterstützung.

Parzellenbesitzer in der Kleingartenanalge ,,Am Heydenholt" sollen weichen. Auch viele Tiere müssen umgesiedelt werden. Naturschützer schlagen Alarm.

svz.de von
13. November 2014, 10:00 Uhr

Die Parzellenbesitzer der Sievershäger Kleingartenanlage Am Heydenholt treten allmählich den Rückzug an. Die Gemeinde Lambrechtshagen will hier 60 altersgerechte Wohnungen bauen. Doch dazu muss die Anlage weichen.

Viele sind nicht erfreut darüber, nach vielen Jahren ihre grüne Oase zugunsten des Wohnprojekts verlassen zu müssen. ,,Ich lasse nur ungerne die freilaufenden Katzen im Stich, die sich hier im Laufe der Jahre angesiedelt haben“, sagt Gerald Bradatsch aus Bargeshagen. Um die hat er sich täglich gern gekümmert.

33 Jahre verbrachte Bradatsch seine Freizeit in der Parzelle. Von insgesamt 20 Katzen konnte er bereits acht Jungtiere vermitteln. Vier wollte er nach einer Beratung durch den Tierschutzverein Rostock im zuständigen Tierheim Schlage unterbringen, was ihm vom zuständigen Ordnungsamt aus Kostengründen verweigert worden sei, erklärt er.

Zwei Katzen hat er auf eigene Kosten in Höhe von 250 Euro kastrieren lassen, damit er sie jetzt besser vermitteln kann. Der 72-Jährige hat bereits vor einigen Wochen den Tierschutzverein über den geplanten Abriss der Anlage und das Katzenproblem informiert. Es wären zwar einige Vertreter von zuständigen Naturschutzbehörden da gewesen, aber passiert sei bisher nichts. ,,Die reden immer alle vom Tierschutz, aber es macht keiner was“, sagt er.

Aber nicht nur Bradatsch sorgt sich um die Tiere. Auch Naturschützer schlagen Alarm. Siebenschläfer und Igel seien bereits im Winterschlaf und würden bei einem Abriss während der nächsten Monate getötet und mit dem Bauschutt entsorgt. Heidi French, Vorsitzende vom Verein Igelhilfe MV, hat Bedenken, dass diese Tatsache von den zuständigen Behörden ignoriert wird. ,,Wir sind leider zu spät informiert worden, um das Gelände rechtzeitig abzusuchen“, sagt sie und hofft, dass das Gelände erst für die Planierraupen freigegeben wird, wenn Igel und Co ihren Winterschlaf beendet haben. ,,Wir würden dann Futterstellen einrichten und die Igel nach Absprache in anderen Kleingartenanlagen in Rostock und im Landkreis umsiedeln“, so French.

Gerald Bradatsch möchte ebenfalls, dass in der Anlage bis zum Abriss eine Futterstelle vom Tierschutzverein für die Katzen eingerichtet wird. Wer sich für eine der beiden kastrierten und zutraulichen Miezen interessiert, kann den Rentner abends unter der Telefonnummer 038203/170 65 kontaktieren.


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