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20. Oktober 2017 | 23:44 Uhr

Der Kapitän ist schon an Bord

vom

svz.de von
erstellt am 07.Dez.2011 | 11:57 Uhr

Rostock | Seine beruflichen Wurzeln hat er in der Deutschen Seereederei (DSR). Seit 1995 ist er bei Scandlines tätig, seit 2004 als Kapitän. Er führte die "Sassnitz", "Mecklenburg-Vorpommern" und auch die Gedser-Frachtfähre "Rostock" (Ex-"Travemünde"), die zuletzt für eine marokkanische Reederei zwischen Spanien und Marokko im Chartereinsatz war. Am vergangenen Freitag gehörte er zu jenen, die fachmännisch das Aufschwimmen der ersten der beiden neuen Gedser-Fähren am Strelasund von Bord eines Weiße-Flotte-Dampfers beobachteten. In wenigen Wochen wird er auf dem Neubau selbst auf der Brücke stehen und das Schiff zwischen Rostock und Gedser führen.

Die Rede ist vom Rostocker Dirk Pevestorff (47), einem der beiden Kapitäne der unter deutscher Flagge fahrenden Scandlines-Fähre "Berlin". Der andere wird Carsten Watsack sein. Gegenwärtig wirkt Pevestorff in der vom Technischen Inspektor Lars Jordt geleiteten 15-köpfigen Bauaufsicht mit, die daran Anteil nahm, dass das Schiff gerecht in Form und Maß Gestalt annahm und jetzt auch die Ausrüstung weiter auf Hochtouren läuft.

Auch die "Copenhagen" wächst zusammen

"Bis kurz vor dem Roll-out und Aufschwimmen liefen die Arbeiten", berichtet der Nautiker Sebastian Dießner, der in Sachen Stahlmontage und Farbgebung in der Bauaufsicht den Neubau kritisch begleitet und auf den Schornsteinbereich weist, sein letztes Tätigkeitsfeld. Die nächsten Tage werden nicht minder stressig sein. Die Ausrüstungsphase, so Inspektor Jordt, erfordert die Lösung vieler Detailprobleme. Und parallel läuft die Fertigstellung der "Copenhagen", des zweiten Neubaus, dessen Teilsektionen dieser Tage zu einem Schiffskörper zusammengefügt werden. Mit der Arbeit der Stralsunder Schiffbauer zeigte sich der dänische Inspektor sehr zufrieden. Sein knapper Kommentar: "Es lief gut, erfordert jetzt aber noch viel Kleinarbeit."

Während die Bauarbeiten auf der "Berlin" nun am Stralsunder Ausrüstungskai der P+S-Werften weiterlaufen und in der Halle die "Copenhagen" Gestalt annimmt, bereiten sich auch die Besatzungen beider Schiffe auf die Inbetriebnahme vor. Von Januar bis zum 7. März läuft das Training der "Berlin"-Crew, ab Mitte Februar bis Anfang Mai bereitet sich dann die Besatzung der "Copenhagen" auf ihre neue Mission vor, berichtet Line-Manager Steen Waever bei einer Präsentation. Eckpunkte setzen die Taufzeremonien am 9. März für die "Berlin" und am 4. Mai für die "Copenhagen". Am 23. März beziehungsweise am 11. Mai sollen beide Fähren dann nach jeweils zweiwöchigen Tests die Fahrt auf der Relation aufnehmen. Am 23. März beziehungsweise 11. Mai verabschieden sich die beiden alten Gedser-Fähren "Prins Joachim" und "Kronprins Frederik" von Rostock. Bis zum 2. Juni wird die "Holger Danske", die Gefahrgutfähre der Vogelfluglinie, in Rostock in Reserve sein, und in Rödby die "Kronprins Frederik" in Bereitschaft liegen.

230 Millionen Euro Investitionen

Die Reederei Scandlines investiert insgesamt 230 Millionen Euro in die Schiffsneubauten, den Ausbau des Hafens Gedser und die Errichtung des Bordershops in Rostock. Die beiden neuen 169 Meter langen und 24,80 Meter breiten Superfähren bieten deutlich mehr Platz für Passagiere und Fahrzeuge: Sie können 460 Pkw oder 90 Lkw sowie bis zu 1500 Personen befördern. Damit wird die bisherige Kapazität auf der Route Rostock-Gedser mehr als verdoppelt. Der Treibstoffverbrauch und die Emissionen werden so weit wie möglich reduziert - zum Vorteil für die wirtschaftliche Effizienz und die Umwelt. Platz für weitere entsprechende Nachrüstungen wurde gelassen.

Steen Waever vermittelte virtuelle Einblicke ins Bordleben der Schiffe, deren Innendesign die Handschrift des französischen Architektenbüros AIA trägt. Das Catering-Konzept der neuen Fähren umfasst mehrere Restaurants (à la carte und Büfett), Cafeteria und Café. Zudem kann geshoppt und gespielt werden, werden auch Konferenzräume geboten. Zwölf Nautiker und Techniker bilden den Stamm des seemännischen Personals an Bord, das durch Elektriker und Monteure flexibel aufgestockt wird. Der Umfang des Catering-Personals wird entsprechend der Auslastung variieren. "Die Schiffsneubauten sind unser größtes und wichtigstes Zukunftsprojekt, mit dem wir der wachsenden Bedeutung des östlichen Korridors für Passage- und Frachtverkehre Rechnung tragen", betont Scandlines-Chef Bengt Pihl und weist Spekulationen von einem Ausverkauf der Reederei zurück. Künftige Veränderungen in der Struktur aber schließt er auch nicht aus.

Pünktlich zum Neustart der Fährlinie sollen auch die Anleger in Rostock und Gedser fertig werden. Die Brückenteile für Rostock dürften in den nächsten Tagen von Roßlau auf dem Wasserwege zum Bestimmungsort kommen, wenn auf der Elbe wieder der Pegel steigt. Auf dänischer Seite rückte Scandlines in Gesprächen mit den Kommunen auf Falster auch die Hinterlandanbindungen ins Blickfeld. 2014 wird die verkehrsentlastende Umgehungsstraße für das Nadelöhr Nyköbing erwartet. Weitere Straßenausbauten wären wünschenswert, sagt der Line-Manager.

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