Geheimnis gelüftet : Der Heilige Olaf bekommt ein Alter

Für Wolfgang Schultz vom Förderverein der Lichtenhäger Dorfkirche  ist nicht nur die Rückkehr der Figur des Heiligen Olaf in das Gotteshaus eine Sensation – sondern auch die jetzt erfolgte Altersbestimmung.
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Für Wolfgang Schultz vom Förderverein der Lichtenhäger Dorfkirche ist nicht nur die Rückkehr der Figur des Heiligen Olaf in das Gotteshaus eine Sensation – sondern auch die jetzt erfolgte Altersbestimmung.

Lichtenhäger Kirchen-Förderverein lässt Skulptur mit der Ötzi-Methode bestimmen

svz.de von
23. März 2014, 08:00 Uhr

Was haben Steinzeitmensch Ötzi, das Turiner Grabtuch und die Figur des Heiligen Olaf aus der Lichtenhäger Dorfkirche gemeinsam? Bei allen drei wertvollen historischen Funden wurde mittels der Radiocarbon-Methode das Alter festgestellt – und die Ergebnisse sorgen für Begeisterung.

„Durch dieses Verfahren wissen wir jetzt, dass der Baum, aus dem die Figur des Olaf gefertigt wurde, zwischen 1080 und 1130 gefällt worden ist“, sagt Professor Andreas Heintz. Der Elmenhorster, der an der Uni Rostock die Abteilung für physikalische Chemie leitet, kannte aus seiner wissenschaftlichen Arbeit auch die Radiocarbon-Methode. Da er zudem Mitglied im Förderverein zur Erhaltung des Lichtenhäger Kirchenensembles ist, lag es nahe, diese Art der Untersuchung auch für die im vergangenen Jahr restaurierte und wieder in der Kirche aufgestellte Figur des Heiligen Olaf anzuwenden.

„Denn bisher war uns dessen Alter unbekannt“, sagt Fördervereins-Vorsitzender Wolfgang Schultz. Einziger Anhaltspunkt sei ein Artikel in den Mecklenburgischen Monatsheften von 1934 gewesen „Darin werden die Figuren der Lichtenhäger Kirche kunsthistorisch betrachtet – und der Olaf als skandinavische Arbeit aus der Zeit nach 1250 eingeschätzt“, so Schultz. Doch die Neugier auf das wahre Alter der Abbildung des kopflosen norwegischen Königs ließ die Unterstützer und Freunde der Kirche nicht los.

Und so fuhren Schultz und Heintz im Oktober zum Leibniz-Labor für Altersbestimmung und Isotopenforschung der Universität Kiel. Dort wurde eine Probe von Olaf entnommen und chemisch so aufgearbeitet, dass das Alter der Figur bestimmt werden konnte. Ein Ausflug, der auch für den Experten Heintz hochinteressant und bisher einmalig gewesen sei.

„Für uns setzt das Ergebnis dieser Analyse den Schlusspunkt hinter die Figur des Olaf – mehr können wir nicht rauskriegen“, sagt Schultz. Und ein paar Geheimnisse – zum Beispiel wo und von wem die Skulptur angefertigt wurde – wolle man dem Olaf auch noch lassen.

Für die Kirchgemeinde wird das Jahr dennoch wieder aufregend. Schließlich soll zur 750-Jahr-Feier von Lichtenhagen-Dorf das Geläut wieder vervollständigt werden. „Kommenden Freitag werden die Glocken in Karlsruhe gegossen“, sagt Schultz. Rund 90 000 Euro würden für die drei neuen Exemplare investiert.

Ein Teil der Summe ist bereits durch Spenden sowie Mittel vom Förderverein und von der Kirche gedeckt. Für den Rest werde ein Kredit aufgenommen. Zum Festumzug bei den Jubiläums-Feierlichkeiten Ende Juni sollen die Glocken auf einem geschmückten Wagen durch das Dorf gefahren und präsentiert werden.

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