Hüter der Rostocker Geschichte : Der Hansezeit auf der Spur

Zahlreiche Dokumente über Rostock vom 12. bis 17. Jahrhundert finden Besucher bei Wolfgang Müller und Brunhild Kuhnke im Hansezimmer.
Zahlreiche Dokumente über Rostock vom 12. bis 17. Jahrhundert finden Besucher bei Wolfgang Müller und Brunhild Kuhnke im Hansezimmer.

Brunhild Kuhnke und Wolfgang Müller halten die Bedeutung Rostocks während dieser Epoche lebendig.

svz.de von
27. Juni 2016, 12:00 Uhr

Wenn es um die Zeit der Hanse und speziell um die Geschichte Rostocks und deren Stellung in dem Bündnis geht, sind Brunhild Kuhnke und Wolfgang Müller ganz in ihrem Element. Beide betreiben auch im neuen Stadtteil- und Begegnungszentrum (SBZ) Dierkow, Kurt-Schumacher-Ring 160, das Hansezimmer. Im ebenerdigen Neubau ganz hinten links, neben dem Bildungsraum, sammeln sie alle Daten und Fakten, die sie über Rostock in der Hansezeit finden können und machen diese für jeden zugänglich. „Mit dem Hansezimmer wollen wir die Leute informieren“, sagt Wolfgang Müller. Denn vom 12. bis zum 17. Jahrhundert zählte Rostock neben Lübeck zu den mächtigsten Hansestädten Nordeuropas. Und diese Geschichte zu bewahren beziehungsweise sie näher ins Bewusstsein der Menschen zu rücken, dieser Aufgabe haben sich Brunhild Kuhnke und Wolfgang Müller verschrieben.

Jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung können sich Besucher von den beiden Rostockern in die Zeit der Koggen, Kaufmänner und des regen Handels zurückversetzen lassen. Neben kurzen Erklärtexten, die verraten, was sich hinter der Hanse verbirgt, bieten sie jede Menge Literatur zum Durchblättern und -lesen an. „Wir haben sogar Originalkopien von bedeutenden Urkunden wie die vom Seefrieden von Rostock 1283 oder dem Schutzbündnis zwischen Lübeck, Rostock und Wismar in unserem Bestand. Die haben noch nicht einmal das Museum oder das Stadtarchiv“, erzählt Kuhnke. Im alten SBZ, als sie noch mehr Ausstellungsfläche zur Verfügung hatten, konnten Kuhnke und Müller auch ein Koggen-Modell zeigen und bedeutende Rostocker Persönlichkeiten der hansischen Geschichte wie Vicke Schorler oder Bürgermeister Arnold Kröpelin näher vorstellen. „Jetzt präsentieren wir das Schönste und Wichtigste“, sagt Müller.

Vermissen tun sie hingegen das Interesse der Stadt an diesem Thema. „Man könnte viel mehr an die Traditionen anknüpfen“, so der Rostocker. „Andere Städt wie Lübeck besinnen sich etwa mit dem Europäischen Hansemuseum viel mehr auf ihre Wurzeln und ihre bedeutende Geschichte.“

Seit 2007 gibt es das Hansezimmer im SBZ. Damals wurde es noch vom Hanseforum betrieben, zu deren Mitgliedern auch Kuhnke und Müller zählten. Als sich das Forum 2012 auflöste, mussten die beiden erst einmal überlegen, wie und ob es überhaupt weitergehen sollte. „Die Sachen wegzuwerfen, das haben wir aber auch nicht übers Herz gebracht“, erinnert sich Müller. Und deshalb haben sich beide dazu entschlossen, weiterzumachen. Bis 2018 wollen sie ihre Arbeit noch fortführen. Dann ist Rostock Gastgeber der Hansetage der Neuzeit. Was aber danach kommt, das wissen sie auch nicht.

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